Juni 2005

01. Juni 2005
Vorlaute Zeta

Gestern waren wir mal wieder in der Uniwildnis und die Hundis tobten sehr ausgelassen in der ihnen so vertrauten Umgebung. Timmy fand mal wieder einen Baumpilz und wurde prompt von Zeta und Flash deswegen belagert.
Flash ist dabei ja ziemlich unauffällig, wartet stets mehr oder weniger leise im Hintergrund auf seine Chance, Tim den Pilz abzunehmen. So wird er nur gelegentlich von Tim angemault.
Zeta hingegen fordert lautstark Timmys Aufmerksamkeit und vor allem die Herausgabe des Spielzeugs. Das aber kann und will Tim nicht hinnehmen. So kommt es denn auch, wie es kommen muss: Zeta wird irgendwann derbe zur Rechenschaft gezogen.
In diesem Fall hat Tim sie so heftig in den Hinterschinken geknufft, wobei Zeta dann auch noch umknickte, dass sie anschließend einige Sekunden lang humpelte. Da war ihr Mütchen denn doch erstmal wieder gekühlt.
Ihrem Bein ist nichts Schlimmes passiert. Sie lief nach wenigen Sekunden wieder ganz normal. Nur einmal noch zeigte sie kurz darauf ein leichtes Hinken. Da war sie nicht wendig genug und stieß sich ausgerechnet das schon angedetschte Bein an einem Baum. (Blödes Ding, das. Ich habe genau gesehen, wie der Baum versuchte, Zeta ein Bein zu stellen. Hihihi.)
Wieder etwas später, als das Bein wieder gut war, schien Zeta noch einmal zu einer Attacke auf Tim ansetzen zu wollen. Schon nahm sie Anlauf und riss auch schon das Maul auf, als sie möglicherweise doch noch einen leichten Schmerz verspürte. Jedenfalls stoppte sie ihre Attacke, bevor die noch so recht begonnen hatte, und sah sich wie hilfesuchend nach uns um.
Aber da muss das Mädel allein durch. Wenn sie glaubt, so zickig sein zu müssen, dann muss sie auch allein die Kraft besitzen, sich durchzusetzen. Oder sie muss lernen, die Ansichten von anderen zu akzeptieren, gell?

Irene


02. Juni 2005
Dame von Welt

Hier sieht man, wie sich die Hundedame von Welt kleidet.

Sieht sie nicht hübsch aus ist die Kleine?

Ich finde sogar, man sieht ihr an, wie gerne sie auch schmust. Jedenfalls sahen wir Menschen am Ende des Spaziergangs nicht viel anders aus als unser Mädel.

Und auch Zetas vom Tierarzt geschorener Rücken ist zu bewundern.

Das Scheren war ja notwendig, um die Bobbels besser behandeln zu können.

Mittlerweile ist ja auch ihre Brust teilgeschoren und der Hals komplett. Davon haben wir aber noch keine Bilder, was vielleicht im Moment noch besser ist.
Da sich Zeta bei der letzten Schur ja so arg zur Wehr gesetzt hat, gibt es denn doch so einige Schrammen und Rötungen, die eher unschön anzuschauen sind.
Na, wir sind ja auf dem Weg der Besserung. Die Bobbels werden weniger und kleiner. Und wir gehen ja auch regelmäßig zum Tierarzt, damit die Bobbels gar nicht erst wieder eine Chance zur Vermehrung erhalten.

Irene


04. Juni 2005
„Hakeln“

…ist ein beliebtes Spiel zwischen Zeta und mir geworden.

Der Begriff lehnt sich an das bekannte Fingerhakeln an. Dazu nimmt Zeta zwei bis drei meiner Finger zwischen die Fangzähne und schließt das Maul gerade so weit, dass die Finger an den Fangzähnen hängenbleiben. Dann zieht sie in die eine Richtung, ich in die andere.
Mein Mädel ist dabei so vorsichtig, dass sie mir nicht wehtut. Es geht dabei auch überhaupt nicht heftig zur Sache. Im Gegenteil! Ich muss aufpassen, dass ich nicht zu stark ziehe, denn dann lässt die Kleine sofort los. Nur, um gleich wieder nach den Fingern zu greifen.
Besonders beliebt ist dieses Spiel, wenn ich auf dem Thron sitze. Zum Lesen, was ich sonst dort in aller Ruhe gern tue, komme ich kaum noch. Dazu muss ich dann schon energisch das Spiel beenden.
Andererseits macht mir das Spiel aber auch Spaß. Mit Zeta geht das immerhin. Timmy hält ja nichts von derlei ‚Kindermätzchen‘. Der packt gleich fester zu, denn er will so richtig ordentlich Zerren spielen. Zeta hingegen ist so angenehm sanft dabei, dass ich mich ihr kaum entziehen kann.
In ähnlicher Weise geht mit ihr aber auch jedes andere Spiel, welches auf Zerren und Ziehen beruht. Einzig auf dem Übungsplatz, wo wir mit der Beißwurst spielen, packt sie fester zu. Und es hat lange gedauert, bis sie begriffen hat, dass sie das dort nicht nur darf, sondern sogar soll. So etwas liegt ihr einfach nicht.
Geht es beim Zerrspiel etwa um eine leere Klorolle, dann hält sie diese gerade so fest, dass sie ihr nicht sofort entgleitet. In aller Regel behält die Klorolle dabei lange Zeit ihre Form.
Hat sie dann irgendwann die Klorolle erbeutet, wird diese stolz erhobenen Hauptes davon getragen und gemächlich, ja geradezu genüsslich in kleinste Stückchen zerrissen. So was kann sie also auch.
Und Zeta traut sich mittlerweile auch, leere Klo- oder Küchenrollen aus dem Altpapierbehälter zu nehmen, wenn sie etwas zum Spielen oder Nagen haben möchte. Bis vor etwa drei Wochen noch war dieser Behälter, eine Holzkiste unter einem niedrigen Flurtischchen, suspekt für sie, vor allem, da ja auch noch eine Tischdecke darüber liegt, die weit herabhängt.
Timmy aber hat ihr gezeigt, dass man trotz des Deckchens an die Kiste gelangen und sich etwas herausnehmen kann. Weil Mama darüber nicht geschimpft hat und die Küchenrolle gar so verlockend war, hat sie es ausprobieren müssen. Naja, nun kann sie es halt.
Dafür lässt sie nun aber auch Handfeger und Schaufel etc. in Ruhe, nimmt sich nichts mehr aus dem Regal in der Küche. Das ist ja schon mal ein Fortschritt. Sollte allerdings ein Plastikding auf dem Boden herumliegen, dann ist Zeta schon der Meinung, dass sie dies haben darf.
Solche Gegenstände lässt sie sich aber auch leicht wieder abnehmen. Da muss man nicht schimpfen und auch nicht bestechen. Man kann einfach ganz ruhig auf sie zugehen, danach greifen und es ihr wegnehmen. Nur ganz selten mal kommt sie auf den Gedanken, dieses Ding für sich behalten zu wollen, es also nicht gleich loszulassen.
Ich denke in aller Regel aber schon daran, sie für das Herausgeben eines Gegenstandes zu belohnen. Drinnen wie draußen. Und warum auch nicht? Wenn ich mich dadurch zu einem wandelnden Futterautomaten mache, ist mir das auch recht. So komme ich nie in die Verlegenheit, großartig mit ihr um ein Ding ‚kämpfen‘ zu müssen. Nur gelegentlich muss ich draußen mal etwas hinter ihr herlaufen bzw. etwas mehr Geduld aufbringen, wenn sie etwa einem anderen Hund den Ball ‚gediebt‘ hat.
Aber dann bin ich halt der wandelnde Futterautomat. So weiß ich immerhin, dass ich von ihr wiederbekomme, was sie sich angeeignet hat. Und das so ziemlich stressfrei. Mehr will ich ja gar nicht.

Geflügelleber…

…sollte man Zeta nicht geben.

An zwei aufeinander folgenden Tagen bekam sie von mir je ein kleines Stückchen Hühnerleber, stets etwa so groß wie zwei Zuckerwürfel.
Am Tag drauf, also gestern Abend, fing sie daraufhin an zu ‚duften‘ und heute früh musste sie ganz dringend nach draußen – leichter Durchfall. An ihrer Unverträglichkeit gegenüber Selbstgekochtem hat sich also nichts geändert. Da muss man weiterhin sehr vorsichtig sein und darf sich nicht täuschen lassen, falls sie mal nicht sofort darauf reagiert.

Sie ist also als Restevertilger überhaupt nicht zu gebrauchen. Na, für derlei Fälle haben wir ja Timmy.

Irene


06. Juni 2005
Zickige Lehrerin

Übers Wochenende hatten wir einen 10 Monate alten Rüden bei uns zu Gast.
Ich glaubte ja, dass sich Zeta darüber freuen würde, hätte sie doch dann jemanden zum Spielen. Und bei Timmy dachte ich, na, da werde ich etwas aufpassen müssen. Rüden in diesem Alter findet er ja manchesmal etwas nervig. Es kam dann aber doch anders.
Timmy fand den jungen Burschen sehr nett und spielte in einer Weise mit ihm, wie ich es seit Sammy nicht mehr bei ihm gesehen habe. Die beiden Jungs lagen teilweise nebeneinander, spielten also im Liegen.
Zeta hingegen fand den Burschen einfach nur lästig. Zu aufdringlich. Und er war ein direkter Konkurrent um Timmys Aufmerksamkeit. So musste ich denn eher die Kleine mäßigen und im Auge behalten.
Der junge Santo schien die Hundesprache noch nicht in allen Feinheiten zu kennen. So glaubte er dann vielleicht, dass er das Flattern von Zetas Lefzen ignorieren dürfte. Er hatte aber schnell heraus, dass ein Ignorieren weh tun kann und wird.
Ließ Santo die kleine Maus nicht in Ruhe, vergewisserte sich Zeta nur, dass er das Flattern ihrer Lefzen auch wirklich sah. Ignorierte er das weiterhin, schnappte sie erst in die Luft, dann aber in seine Lefzen, auf denen sie dann fast ein Weilchen herumkaute.
Santo jammerte nicht mal dabei, denn Zeta ging trotz allem noch recht zart mit ihm um. Dennoch reichte es für Santo aus, ihre vorherigen Signale nun doch zu beachten. Er legte keinen Wert darauf, schmerzhaftere Erfahrungen zu machen.

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie fein abgestuft die Hundesprache doch ist. Und Zeta beherrscht sie wirklich perfekt. Sie zeigt jede einzelne Stufe ganz deutlich, immer der jeweiligen Situation angemessen. Fängt immer mit der niedrigsten Warnstufe an.
Hunde, die ihre Signale missachten, bekommen die nächsthöhere Stufe zu spüren, bis sie diese verstanden haben. Und dann schraubt sich Zeta wieder zurück, so dass der andere Hund Gelegenheit hat, die Vorstufe genauer kennen zu lernen. Und dann wieder eine Stufe davor und so weiter, bis Zeta gar nicht mehr viel machen muss, um dem anderen ihr Missfallen über etwas auszudrücken.
Einzig bei Tim funktioniert das nicht so ganz. Will sie ihn in dieser Weise zur Raison bringen, zeigt er ihr rasch, dass sie doch eher unter ihm steht. Aber das hat sie ja nun weitest gehend begriffen.

Irene


07. Juni 2005
Gestern im Garten

…fand Zeta doch noch eine Lücke im Zaun. Die provisorische Pforte schließt noch nicht richtig und so entstand ein ganz schmaler Spalt, durch den die kleine Maus geschlüpft ist.
Eben saß sie noch neben mir, dann war sie weg. Und wie mir das auffällt, sehe ich sie durch eben den beschriebenen Spalt wieder hereinkommen.
Da es absolut nicht ihre Art ist, einfach so auf Wanderschaft zu gehen, gibt es für dieses Verhalten nur zwei Erklärungen:
Entweder hat sie nachgeschaut, ob das Auto vielleicht offen ist. Im Auto findet sie es einfach angenehmer als im Garten selbst. Sollte es so gewesen sein, dann hat sie wohl gehofft, nach Hause fahren zu können.
Oder aber sie hat mal kurz ihre Geschäfte erledigt. Den Garten hat sie ja mittlerweile ähnlich als ‚Wohnbereich‘ akzeptiert wie unsere Wohnung, so dass sie selbst ihre kleinen Geschäfte lieber draußen erledigt. Ihr großes Geschäft macht sie auf jeden Fall außerhalb des Gartens.

Und wir hatten eigentlich gedacht, der Garten wäre nun ausbruchsicher. Tztztz! Da haben wir uns aber doch getäuscht. Nur gut, dass nicht auch Tim diese Lücke gefunden hat – der wäre sonst erstmal durch den nächsten Graben gestratzt.

Mama ist weg!

Heute gingen wir in einem großen Park spazieren – ganz neues Gelände für Zeta. Was es da nicht alles zu erschnuffeln gab! Und so schöne große Wiesen!
Ich hatte Zeta im Park von der Leine gelassen, da sie mir ja nicht wegläuft. Mit dem Spaziergänger-Dackel Tommy an der Leine ging ich langsam einen Weg entlang, Zeta immer in meiner Nähe.
Dann aber war da ein Busch so interessant, dass Zeta unbedingt länger verweilen musste. Schon den Dackel musste ich da wegziehen. Mein leises Kommando „Weiter“ drang diesmal nicht an Zetas Ohren.
So spazierte ich in aller Gemütsruhe weiter den Weg entlang, der mich schließlich um die Wiese herum führte. Zeta hatte ich immer im Blick. Ich wusste: Ein lautes Rufen und das Mädel wäre sofort bei mir.
Bevor mich dann aber wieder der Wald ‚verschluckte‘, blieb ich stehen, um Zeta weiter zuzuschauen. Irgendwann mussten ja mal alle Duftmoleküle fertig erschnuffelt sein. So war es dann ja auch.
Aber wie sich das Mädel dann umschaut, da ist die Mama weg! Die Kleine hat tatsächlich wegen der ach so herrlichen Düfte (und es war nichts Fressbares oder zum Wälzen Verführerisches dort) alles um sich herum vergessen.
Wie ein Brummkreisel drehte sie sich um sich selbst, suchte mich überall, hat die kleine Gestalt, zu der ich wegen der größeren Entfernung geworden war, gar nicht erkannt. Sie wollte schon loslaufen in die Richtung, aus der wir gekommen waren.
Da rief ich sie. Gerade laut genug, dass es dort bei ihr noch ankommen musste.
Schwups – flog ihr Kopf in meine Richtung. Und noch im selben Impuls preschte sie auf mich zu.
Hei! Wie ist sie da gerannt! Wie sind ihre Ohren geflogen! Der ganze Hund sah aus wie ein gewaltiges, freudestrahlendes Energiebündel. Als ob sie lachen würde, so wirkte ihr Gesicht auf mich. Und ich denke, sie konnte gar nicht so schnell laufen, wie sie gerne gewollt hätte.
Als sie dann auf halben Weg noch sah, dass ich eine Hand in die Tasche steckte, da wurde sie, was ich gar nicht mehr für möglich hielt, noch eine Spur schneller.
Ihre Bremstechnik war sehenswert. Sie schaffte es, mich nicht anzurempeln, mich nicht als Prellbock zu benutzen. Irgendwie rutschte sie zwei Meter vor mir derart in sich zusammen (einer Ziehharmonika nicht unähnlich), dass ihr Schub und Gegenschub sie ins Sitz brachten. Ich kann ihre Bewegungen hier wirklich nicht besser beschreiben, habe das selbst gar nicht so recht mitbekommen.
Jedenfalls saß die Kleine nun strahlend vor mir, den Blick abwechselnd auf mein Gesicht und die Hand in der Tasche gerichtet.
Nach den Leckerlis, von denen der Dackel so gar nichts wissen wollte, ging es dann weiter. Es gab noch für viele Minuten die Möglichkeit, Zeta ohne Leine laufen zu lassen. Diesmal aber achtete sie genauer darauf, wo ich denn hinging. Sie wich mir nun einfach gar nicht mehr von der Seite.

Aber das Bild von diesem beinahe fliegenden Hundchen – es steht mir immer noch deutlich vor Augen. Und ihr Strahlen, als sie mich endlich erreicht hatte – irgendwie wirkte sie in dem Moment größer als zuvor.
Ich bin immer noch ganz hin und weg von dieser Erinnerung.

Irene


08. Juni 2005
Tabletten

Mir ist gerade aufgefallen, dass ich vom letzten Tierarzt-Besuch ja noch gar nichts geschrieben habe – und der war doch schon am Montag! Na, das hole ich jetzt mal schnell nach.
Also: Der Tierarzt hat Zeta nochmal mit diesem Stinkezeug behandelt, wie schon so oft zuvor. Er hat Zeta vorher nochmal gründlich untersucht, also vor allem nachgesehen, wie sich die Bobbels nun ‚verhalten‘.
Sie vermehren sich nicht weiter, gehen auch ganz langsam zurück. Dennoch ist der Tierarzt nicht so ganz zufrieden. Zwar breiten sich die Milben nicht weiter aus, sind so gut wie bekämpft, doch die Bobbels an sich entwickeln eine gewisse Eigendynamik, die sehr unerwünscht ist.
Vor allem im Bereich von Zetas rechter Wange scheinen sich die Biester selbstständig machen zu wollen. Damit das aufhört und die Heilung weiterhin unterstützt wird, gibt es nun eine Woche lang Tabletten. Das ist jetzt möglich, da das Kortisonzeugs nun endlich weit genug abgebaut ist, so dass andere Medikamente wieder wirken können, ohne der Maus zu schaden.
Immerhin kann ich sagen, dass dieses Medikament wirkt. Die Bobbels werden nun recht schnell weniger, sind nicht mehr solche Entzündungsherde wie zuvor. Und der Juckreiz ist fast vollständig verschwunden.
Ein Geschirr kann ich Zeta aber immer noch nicht anlegen, da sie sich sonst doch wieder schlimm kratzt. Ein Halsband verträgt sie jedoch wieder recht gut. Sie bekommt es allerdings nur zu den Spaziergängen um, weil sie es den ganzen Tag über denn doch noch nicht aushalten kann.

Ob ich es jetzt wagen kann, Hoffnung zuzulassen? Wird sie nun wieder richtig gesund? Oder wird uns da wieder etwas dazwischen funken?
Zeta tut mir so leid. Was die in ihrem kurzen Leben schon alles über sich hat ergehen lassen müssen… Meine Güte! Und das alles wegen falscher, unvernünftiger Aufzucht aus reiner Profitgier. Das unterstelle ich jetzt einfach mal.

Irene


09. Juni 2005
Mama, ich muss mal!

Vorgestern Abend kam Zeta unerwarteter Weise zu mir an den Rechner und wedelte um mich herum. Obwohl sie gerade zwei Stunden zuvor draußen war, hatte ich den Eindruck, sie müsste schon wieder hinaus. Also gingen wir auch – und siehe, es war dringend.
Gestern Abend das gleiche Spiel. Diesmal hatte ich nicht sofort Zeit und schickte das Mädel mit den Worten: „Gleich, Mäuschen.“ noch mal weg. Zeta legte sich einige Schritte von mir entfernt hin, sah mich flehentlich an und fiepte einmal langgezogen. Kurz darauf gingen wir also hinaus und siehe – es war wieder dringend.
Was ich damit sagen will, ist: Das Mädel macht mittlerweile auf sich aufmerksam, wenn es mal dringend ins Gebüsch muss. Was für ein Riesenfortschritt!

Wenn ich noch daran denke, wie es ganz zu Anfang war!
Die ganze Wohnung war Zetas Klo, wenn ich mich nicht wie bei einem Welpen an bestimmte Zeiten und Regeln hielt.
Etwas später dann war das hintere Zimmer das Klo, dann die Küche und schließlich der Flur. Dadurch rückte sie zwar näher an ihren sicheren Schlafplatz heran, war aber der Wohnungstür ebenfalls deutlich näher gekommen.
Noch etwas später kam ja schon so eine gewisse Unruhe in der Kleinen auf, wenn sie mal musste. Wurde das aber nicht gleich beachtet, gab es dennoch eine Pfütze.
Und nun wird sie nicht nur irgendwie im allgemeinen unruhig, sondern fängt an bescheid zu sagen!
Da klopfe ich mal schnell auf Holz, damit das auch so bleibt.

Irene


12. Juni 2005
Müdes Mädchen

Seit Donnerstag Nachmittag ist ein uralter Schäferhund bei uns, der keine Treppen mehr steigen kann. Deshalb verbringen wir unsere Tage im Garten. Während mein Männe dort mit dem Schäferhund auch übernachtet, fahre oder laufe ich abends mit Tim und Zeta wieder nach Hause.
Dort angekommen, gibt es Futter für alle, dann noch einen Augenblick Berieselung durch den Fernseher für mich und schließlich ist nur noch schlafen angesagt.
Als wir gestern morgen wieder zum Garten aufbrachen, schauten mich die Wuffels an, als wollten sie sagen: „Nee, nech? Doch nicht schon wieder einen Gartentag!“
Immerhin belegt Zeta dort etwa ab dem Nachmittag gern meines Männes Bett, die ausrangierte Liegefläche unseres alten Sofas. Dort, trocken, weich und einigermaßen warm, lässt es sich gerade eben so aushalten, hat Zeta beschlossen.
Wie eine Prinzessin thront sie dort und blinzelt bestenfalls mal, wenn sich in ihrer unmittelbaren Umgebung etwas regt. Sie hat sogar das ständige Hinterherlaufen dafür aufgegeben. Obwohl sie sicherlich auf Geräusche achtet, die ihr verraten würden, ob ich den Garten zu verlassen gedenke.
Heute Nachmittag wird der alte Schäferhund wieder abgeholt, so dass wir heute wieder alle zusammen zu Hause schlafen können. Ich denke mal, dass dann alle tief und fest und endlich wieder in absoluter Ruhe schlafen werden.
Allerdings nur bis zum Weckerklingeln, denn morgen kommt Konrad, ein Hovawart, für einen halben Tag.

Irene


13.06.2005
Zugenommen

Eben kommen wir vom Tierarzt wieder, der sehr zufrieden mit dem Heilungsverlauf ist. Nun muss Zeta keine Medikamente mehr bekommen. Noch sind zwar nicht alle Stellen wirklich gut, doch das lässt sich mit regelmäßigem Baden und Bürsten in den Griff bekommen.
Der Tierarzt empfiehlt, die betroffenen Stellen (im Nacken und an der rechten Halsseite) gründlich einzuweichen, mit einer ph-neutralen Seife zu waschen und mit einer Wurzelbürste kräftig zu schrubben, damit die Borken entfernt werden. Diese Behandlung soll zweimal die Woche gemacht werden, solange, bis die Haut auch hier wieder gut aussieht.
Zeta braucht also wegen dieser Geschichte nicht mehr zum Tierarzt, es sei denn, es würde wieder irgendetwas Schwerwiegendes dazwischen kommen, was wir aber ja nicht hoffen wollen.
Und ansonsten geht es der kleinen Maus wieder richtig gut. Ich habe sie beim Tierarzt mal wieder auf die Waage gestellt und war doch sehr erstaunt, als ich das Ergebnis ablas: 23 Kilo!
Okay, die Maus hatte vorher gefrühstückt, doch soviel jedenfalls nicht. Und auch sonst, wenn ich mit ihr zum Wiegen ging, hatte sie ja gefrühstückt gehabt. Jedenfalls in den allermeisten Fällen. Über Monate hinweg hat sie dabei ihr Gewicht von um die 21,5 Kilo gehalten. Und nun plötzlich 23 kg?
Ups, da werden wir in Zukunft etwas aufpassen müssen, damit die Maus nicht zur Kugel mutiert. Und das alles trotz der Anstrengungen und Aufregungen und der vielen Bewegung, die sie bei uns hat.
Aber der Tierarzt sagte dazu nur: Sobald ein Hund wieder richtig gesund ist, sein Körper also gegen keinerlei Erreger etc. mehr anzukämpfen hat, nimmt er auch zu.
Da ja auch Timmy wieder ordentlich in Spiellaune ist, gehe ich wirklich stark davon aus, dass nun mit unserem Mädel alles wieder in Ordnung ist. Tim spielt ja nicht mit kranken Hunden, wie ich ja schon einmal geschrieben habe.
Weil er also mit Zeta wieder vermehrt spielen will, scheinen die paar Stellen an Zetas Haut nicht mehr so tragisch zu sein. Dennoch aber werde ich dem Rat es TA’s folgen, und zweimal die Woche dafür sorgen, dass die ollen Borken herunterkommen. Wir wollen schließlich nichts riskieren, gell?

Irene


15. Juni 2005
Zeta und Konrad

Manchmal fällt es mir schwer, einen Beitrag zu schreiben, weil alles, was ich berichten könnte, schon irgendwo einmal stand. Es tut sich nichts wirklich Neues, was einerseits ja auch recht beruhigend ist. So greife ich denn also auf unsere Hundegäste zurück und schildere, wie Zeta mit denen zurecht kommt.
Konrad ist ein blonder Hovawart im stolzen Alter von 8 Jahren, kastriert und noch eine Ecke größer als mein Tim. Zeta fand den Burschen von Anfang an sehr sympathisch, denn er spricht die Hundesprache genauso differenziert wie Zeta auch.
Da Zeta dem Burschen vor allem draußen schöne Augen machte, glaubte er, sich ihr auch drinnen etwas mehr nähern zu dürfen. Das aber sah Zeta doch anders und zuckte einige Male leicht mit den Lefzen.
Konrad nahm’s gelassen – wahrscheinlich hat er schon so diverse Erfahrungen mit den jungen Mädels gemacht. Jedenfalls wandte er sich in einer Weise ab, die nicht mal den Hauch einer Beleidigung oder von Beleidigtsein in sich barg.
Auch Tim nahm den großen Blonden gefasst auf. Der ist nicht nur ein Stückchen größer und einige Jahre älter, er strahlt auch eine solche Souveränität und Gelassenheit aus, dass Tim selbst beim besten (oder schlechtesten) Willen keinen Ansatzpunkt zu irgendeiner Nörgelei fand.
Einen solchen Hund wünschte ich mir als Vorbild für alle ängstlichen Hundchen dieser Welt, vor allem aber für solche, die außer einem Stall oder Zwinger noch nichts von der Welt mitbekommen haben.
Auf jeden Fall war Zeta das erste Mal seit ihrer Zeit bei uns von einem großen Hund derartig fasziniert. Da Konrad demnächst nochmal für einige Tage zu uns kommt, kann ich anschließend vielleicht berichten, ob und wie sich das zarte Band zwischen den beiden Blonden weiterentwickelt.

Irene


16. Juni 2005
Zeta. die Remplerin

Heute, wieder einmal am Hundesee in der Uniwildnis, schwammen Tim, Flash und Zeta fast um die Wette nach einem in den See geworfenen Spielzeug.
Tim, als Spielzeugfanatiker und langbeinigster dieser drei Hunde, war da klar der Favorit. Doch auch Flash ist, dank Schwimmlehrer Tim, ziemlich gut geworden. Einzig Zeta hat in einem solchen Wettbewerb nicht den Hauch einer Chance.
Daraus erklärt sich vielleicht, dass sie Tim, nach einigen erfolglosen Versuchen mitzuhalten, gern besteigt. Zumindest dann, wenn er darauf wartet, dass das Spielzeug wieder ins Wasser fliegt.
Bevor es dazu jedoch kommen kann, weiß sie Tim mittlerweile gut den Weg zu versperren, so dass er gar nicht erst zu mir kommen kann. Ständig ist ihm das freche Mädel im Weg, ständig will sie ihm das Spielzeug abnehmen oder gar verhindern, dass er überhaupt spielt.
Als Tim nun heute das eine Mal aus dem Wasser kam, raste die Kleine ihm entgegen und versperrte ihm wieder einmal kläffend den Weg zu mir.
Weil sie so aufgeregt darüber war, wie er sich verhielt, dass er ihre Barrikade zu durchbrechen suchte und es meistens auch zügig schaffte, rannte sie einmal wie ein Brummkreisel herum. Rannte in meine Richtung, machte dann wieder kehrt – und so ging das einige Male.
Schließlich hatte sie sich dann aber endlich für eine Richtung entschieden. Sie nahm direkten Kurs auf Tim. Stoppte aber nicht wie sonst kurz vor ihm, sondern krachte volle Elle und, wie ich glaube, durchaus beabsichtigt, direkt in ihn hinein. Versuchte ihn mit der Brust gegen die Rippen aus dem Gleichgewicht oder vom Kurs abzubringen.
Sie hatte damit nur den Erfolg, dass sie wie ein Gummiball von ihm abprallte, ohne ihn auch nur ins Wanken zu bringen.
Aber – habt Ihr schon mal gehört, wie es klingt, wenn zwei große, nasse Hunde mit Krawumm und Karacho zusammenprallen?
Ein ordentlich großer Medizinball mit reichlich Schmackes an eine Wand geklatscht, klingt deutlich weniger deftig, als diese Karambolage. Das dürft Ihr mir wahrlich glauben! Da habe ich mich tüchtig erschrocken, sag ich Euch.
Den Hundis ist aber nichts passiert.

Zeta mit Timmy

Zeta, Irene und der große Blonde

Irene


17. Juni 2005
Zeta und der Kampf mit dem Duoball

Gestern war ich mit drei Hunden (Timmy, Zeta und Konrad) am Hundesee der Uniwildnis. Für jeden Wuffel hatte ich ein Spielzeug dabei: einen Tennisball, eine Knautschkugel aus Neopren (ist mit Watte oder so gefüllt und lässt sich auf die Größe eines Tennisballs zusammendrücken) und einen Kunststoffball mit Innenkugel (ist etwa um die Hälfte größer als ein Tennisball und soll im Dunkeln durch die Bewegung leuchten, ist mir aber noch nie aufgefallen).Tim liebt ja die Tennisbälle über alles, auch wenn er die der Zähne wegen nur sehr selten bekommt. Er schwamm also begierig immer und immer wieder hinter dieser Kugel her. Zeta springt ja in letzter Zeit immer häufiger ins Wasser. Selbst wenn kein anderer Hund mit hineingeht, erfrischt sie sich gern einmal dadurch, dass sie einfach nur so ein paar Runden schwimmt. Damit sie Timmy in Ruhe lässt, hatte ich ihr die Knautschkugel ins Wasser geworfen. Sie sprang auch sogleich hinterher. Konrad mag es eher gemächlich. Er möchte ’seinen‘ Ball für sich ganz allein und bitte auch ohne Konkurrenz im Wasser. Nur wenn sich kein anderer Hund für sein Spielzeug interessiert, bequemt er sich ins Wasser. Für ihn hatte ich den Duoball geworfen, doch ihm waren zu viele andere Hunde im Wasser. Zudem hätte er wohl auch lieber den Tennisball gehabt. So trieb der Duoball herrenlos herum. Während sich Tim noch durch die Teichrosen kämpfte und dort nach dem Tennisball suchte, erreichte Zeta, die mittlerweile schon viel schneller schwimmen kann, ihre Knautschkugel. Und Konrad schaute dem Treiben vom Ufer her zu, irgendwie hin- und hergerissen zwischen auch schwimmen wollen und „äähh, ist ja viel zu voll hier“. Als Tim endlich seinen Tennisball gefunden hatte, war auch Zeta mit ihrer Knautschkugel auf dem Rückweg – und entdeckte dabei den herrenlos herumtreibenden Duoball. Also strebte sie dem entgegen, was bei ihrer immer noch nicht so ganz ausgefeilten Schwimmlage (sie dümpelt noch häufig) schon recht drollig aussah. Aber sie erreichte auch hier ihr Ziel. Nur – wie soll Hund einen so großen Ball aufgreifen, wenn das Maul schon mit der großen Knautschkugel gefüllt ist? So probierte Zeta es erst mit Einkreisen und Treiben. Ohne Schnappbewegungen schwamm sie in engen Kreisen um den Duoball herum, das Ding immer irgendwie eng an einer Wange gehalten. Dabei näherte sie sich, ob beabsichtigt oder zufällig, kann ich nicht sagen, beständig dem Ufer. Dann aber unterlief ihr ein Fehler. Vielleicht war ihr ob der engen Kreise etwas schwindelig geworden? Jedenfalls bemerkte auch sie bald, dass sie vom Kurs abkam, also nicht mehr auf das Ufer zuhielt. Sie bekam das aber nicht in den Griff, konnte daran nichts mehr korrigieren. So schwamm sie dann erst einige Züge mit der Knautschkugel weiter in Richtung Ufer, ließ den Duoball also hinter sich zurück. Was ihr nicht gefiel. Nun ließ sie die Knautschkugel los. Sie hatte sich entschieden, diesen vermaledeiten Duoball haben zu wollen. Das musste doch möglich sein! Dem Ding also hinterher. Weil aber der Duoball erstens größer ist als ein Tennisball, ist es für die kleine Zeta schon an Land nicht ganz einfach, das Ding zu greifen. Dazu muss sie ihr Mäulchen schon tüchtig aufreißen. Erschwerend kommt hinzu, dass der Duoball ja noch eine Innenkugel besitzt. Diese verursacht unkontrollierbare Eigen- und Gegenbewegungen, bei denen selbst mein sonst mit Bällen sehr geschickter Timmy schon so manchesmal seine Schwierigkeiten hat. Als er das Ding das erste Mal aus dem Wasser holen wollte, hat er mehrfach ins Leere geschnappt. Zeta erging es nicht anders. Sie schwamm auf den Ball zu, erreichte ihn, sperrte das Mäulchen weit auf – doch bevor sie es richtig um den Ball schließen konnte, hatte sie ihm einen Impuls gegeben, den sie nicht ausgleichen konnte. Das Ding driftete ab, entzog sich ihr einfach, trieb leicht seitlich davon. Davon ließ sich Zeta nicht entmutigen. Sie probierte es gleich noch einmal. Mit demselben Misserfolg. Und einem Drall zur anderen Seite. Aber auch das brachte Zeta nicht von ihrem Entschluss ab, das Ding einfangen zu wollen. Der Duoball aber machte es ihr doch sehr schwer. Er huschte nach vorn, wich in unterschiedlichen Winkeln zur Seite aus, manchmal schaffte er es sogar fast nach rückwärts zu entkommen. Dann wieder hüpfte er ein klein wenig in die Höhe oder tauchte sogar etwas ab, um dann unberechenbar irgendwo weiter weg vom Fang wieder aufzutauchen. Das alles beeindruckte Zeta aber nur in so weit, als dass sie sich mehr und mehr anstrengte. Der Ball musste ihrer werden! Und je mehr sie sich anstrengte, je heftiger ihre Bewegungen wurden, desto größer und unberechenbarer wurden die Ausweichmanöver des Duoballs. Mein kleines Mädel merkte dabei gar nicht, wie lange sie schon im Wasser war. Und wegen der Bewegungen des Balls war sie unbemerkt auch dazu gezwungen, vermehrt ihre Hinterläufe beim Schwimmen einzusetzen, so dass sie die Richtungswechsel wenigstens mitmachen konnte. Anfangs schwamm sie in wilden Zickzacklinien hinter dem Ball her kreuz und quer über den kleinen See. Nachdem sie aber allmählich immer häufiger ihre Hinterläufe einsetzte und auch den Ball besser kennenlernte, gelang es ihr, den wilden Kurs in eine einigermaßen stabile Kreisbahn zu bringen. Na, Spirale trifft es wohl besser, denn so ganz allmählich dirigierte nicht mehr der Ball sie, sondern sie die Bewegung des Balles. Dabei näherten sie sich ganz langsam den die Schwimmfläche begrenzenden Kranz aus Teichrosen. Hier wurde der Ball in seinen Bewegungen behindert. Man kann sagen, Zeta hat das Ding allmählich in die Ecke drängen können. Und mit freundlicher Unterstützung der vielen oft auch hochstehenden Teichrosenblätter gelang es Zeta endlich, endlich, das widerspenstige Ding zu packen. Es konnte einfach nicht mehr ausweichen, konnte nicht mehr fliehen, konnte nirgendwo mehr hin. Zeta hat Beute gemacht! Stolz wie Oskar und mit so hoch wie nur irgend möglich erhobenem Kopf kam die Kleine schließlich wieder ans Ufer geschwommen. Jetzt erst, nachdem die Jagd erfolgreich beendet war, bemerkte sie, wie viel Wasser ihr doch (igittigittigitt) ins Ohr gedrungen war. Damit das wieder herauslaufen konnte, hielt sie also den Kopf schief und schiefer – wodurch letztendlich wieder Wasser hereinkam. Und schütteln klappt während des Schwimmens auch nicht so recht. Endlich aber hatte Zeta wieder Grund unter den Pfoten. Nun war dem Neigen des Kopfes auch Erfolg beschieden. Ein kleines Stückchen weiter klappte es auch mit dem Schütteln. Doch dabei den Ball loslassen, wie es Timmy gern macht, um sich gründlich von Nässe zu befreien, das kam für Zeta gar nicht in Frage. Nein, der Ball wurde festgehalten. Hund kann sich auch mit vollem Fang schütteln. Außerdem weiß man ja nie, ob der Duoball nicht auch an Land wieder ein Eigenleben entwickelt und erneut mit dem Davonlaufen beginnt. Da ging die Kleine denn doch lieber auf Nummer sicher. Nachdem die gröbste Nässe aus dem Fell geschleudert war, trabte Zeta federnd und mit stolz gewölbtem Nacken am Ufer entlang. Ein WM-Dressurpferd wäre vor Neid über diese Eleganz erblasst. Und eine grelle Leuchtreklame mit überdimensionalen Hinweispfeilen hätte nicht deutlicher sagen können: „Seht her! Sehr her!“

Gut, dass der Mensch in manchen Dingen ein Automat sein kann. So habe ich Timmy wie nebenbei den Tennisball zweimal während Zetas Jagd geworfen, wodurch sie sich gar nicht hat stören lassen, und habe auch noch Konrad dazu bekommen, die Knautschkugel aus dem Wasser zu holen.

So habe ich wenigstens nichts von der spannenden Geschichte verpasst.

Irene


18.Juni 2005
Aufspringen

Der vorherige Bericht ist ja doch recht lang geworden, da mache ich es jetzt mal etwas kürzer (hoffe ich).

Wenn es für Tim und Zeta nur ein gemeinsames Spielzeug gibt, etwa weil die kleine Maus ihres nicht so interessant findet, dann gönnt sie dem Großen ja nichts. Das habe ich ja nun schon mehrfach erwähnt. Sie reitet dann ja auch regelmäßig bei ihm auf, wobei ihre Stoßbewegungen immer verzweifelter wirken.
In letzter Zeit bin ich dabei, sie daran zu hindern. Ich finde das einfach nicht lustig. Genauso wenig wie ihr Lefzenbeißen, denn ich möchte doch gerne einen heilen Hund behalten und keinen getackerten besitzen.
Weil ich also versuche, die Kleine von ihrer Aufreiterei abzuhalten, hat sie sich nun etwas anderes ausgedacht – schließlich muss sie nun ja auch noch mein Eingreifen mit berücksichtigen.

Wenn Zeta nun also partout nicht will, dass Tim ein Spielzeug hat, dass er darauf wartet, es mir geben zu können, damit es wieder ins Wasser fliegt, dann springt sie ihm mit allen vier Pfoten gleichzeitig ins Kreuz.
Ihr habt richtig gelesen: Zeta springt wie ein Böcklein in die Luft und landet mit allen vieren gleichzeitig auf Timmys Rücken.
Je nachdem, wie große ihr Schwung dabei ist, rutscht sie auf derselben oder der anderen Seite wieder herunter – was aber nicht ihr Ziel ist. Sie gibt sich nämlich große Mühe, nach dem Sprung hinter ihn zu rutschen, so dass die Aufreitbewegung dennoch zustande kommt. Fehlt nur noch, dass sie ihm dabei in den Nacken beißt.

Ich muss dazu sagen, dass sie in dieser Weise nur mit Tim so umspringt. Anderen Hunden gegenüber hat sie deutlich mehr Respekt und ist dabei auch vorsichtiger, zurückhaltender. Da läuft sie bestenfalls mal ein Weilchen nebenher und versucht mal zaghaft, das dem anderen aus dem Maul schauende Spielzeug zu greifen.
Timmy aber wird fast regelmäßig attackiert. Und gerade die letzten zwei Tage auch wieder tüchtig getackert. Am Hals und an den Lefzen hat er tatsächlich auch kleinere Wunden davongetragen, um die ich mich nun zu kümmern habe, damit sich da nichts entzündet.

Meist verborkt so etwas ja ohne Probleme. Aber so vehement wie sich Zeta benimmt, muss ich wenigstens nachschauen. Außerdem könnte es problematisch werden, weil ja doch irgendwie immer dieselben Stellen ‚angegriffen‘ werden.

Irene


19. Juni 2005
Hunde im Garten

Ich hätte ja nie gedacht, was für ein gutes Schlafmittel so eine Parzelle doch sein kann.
Dass man als Mensch dort tüchtig müde werden kann, verstehe ich noch. Ein Mensch liegt da ja nicht bloß herum, sondern arbeitet dort auch. Erstens gibt es ja immer etwas zu tun, zweitens vor allem dann, wenn man aus einer Brennnesselwüste ein anständiges Stück Gartenland zaubern möchte.
Dass aber auch die Hunde jeden Abend wie erschlagen davon sind, hätte ich mir so nie vorstellen können. Ist aber so, obwohl die Hundis eigentlich nichts anderes machen, als von der Sonne in den Schatten und umgekehrt zu wechseln.
Es muss also an der vielen frischen Luft liegen. Und daran, dass sie im Garten eben doch nicht so entspannt sind, wie zu Hause zwischen den ‚vier‘ festen Wänden. Uns soll das aber recht sein.

Während Tim sich gern im Zelt versteckt, eine richtige Gartenlaube haben wir nämlich noch nicht, wandert Zeta gern vom Schatten in die Sonne. Einmal richtig durchglühen, dann wieder etwas abkühlen. Zwischendurch mal was trinken gehen, dann wieder etwas aufheizen lassen, anschließend wieder die Temperatur herunterfahren.
Am längsten bleibt sie dann an einem Fleck, wenn sie es schafft, genau auf der Grenze von Sonne und Schatten zu liegen. Vorausgesetzt, Mama ist nicht zu weit weg oder wandert beständig hin und her. Dann weiß die kleine Maus nämlich nicht so genau, wo sie sich denn nun hinlegen soll.
Allerdings hat Zeta schon begriffen, dass ich ihr im Garten nicht davonlaufen kann, solange ich nicht durch die Pforte gehe. Bewege ich mich ihrer Meinung nach auf die Pforte zu, dann ist sie auf jeden Fall an meiner Seite.
Tim wartet da ab, bis er das Geräusch der Pforte hört. Ihm reicht dieses Signal, welches er wohl auch im Schlaf noch hört. Zudem weiß er auch, dass ich in den meisten Fällen nicht ohne ihn gehe und ihm auch Bescheid sage, damit er mitkommen kann.
Soweit ist es bei Zeta noch nicht. Und bei Konrad, der wieder einmal unser Gast ist, auch nicht. Er verfolgt mich fast beständig, um nur ja nichts zu verpassen.
Dieser sanfte Riese fügt sich so problemlos ein und wird so selbstverständlich von meinen beiden Wuffels aufgenommen, dass ich darüber nur staunen kann. Zeta behandelt ihn voller Respekt, etwas, wovon Tim in der Art und Weise nur träumen kann. Irgendwie nimmt sie Tim nicht für ganz ernst. Jedenfalls schon seit einer ganzen Weile nicht mehr.
Naja. Während dann im übrigen Parzellenland um uns herum immer wieder mal die verschiedensten Hunde zu einem Dauergebell ansetzen, melden sich unsere nur dann, wenn jemand an unserer Pforte vorbeigeht. Oder an der Straße neben unserem Stückchen Land längere Zeit stehen bleibt. Und auch dabei gibt es keinen großen Alarm – finde ich hervorragend.

Irene


20. Juni 2005
Mein Kauknochen!!!

Als wir vorhin vom Spaziergang zurückkamen, waren einzig die Wuffis noch halbwegs fit – die konnten schwimmen gehen, wir Menschen durften zugucken.
Hungrig aber waren wir alle. Die Hitze schlaucht gewaltig und auch das Schwimmen und Laufen strengt an. So fütterten wir also unsere Raubtiere und füllten auch unsere eigenen knurrenden Mägen.
Nach diesem Hauptmenü gab es den bei uns obligatorischen Kauknochen. Jeder Wuffel suchte sich seine spezielle ruhige Ecke dafür: Tim auf seiner Matratze, Zeta unterm Tisch und Konrad auf dem Flur.
Als Timmy fertig war, verzog er sich ins Schlafzimmer auf seine Kuscheldecke. Gerne wäre er wohl auch ins Badezimmer gegangen, aber vor der Tür lag Konrad, der noch am Kauen war.
Als Konrad fertig war, kam er in die Stube – ob Timmy wohl noch was übrig gelassen hat? Leider nicht. Und so wandte er sich Zeta zu, die noch heftig am Nagen war.
Zeta ließ Konrad bis auf einen halben Meter an sich heran, wobei sie aber schon die Zähne fletschte. Was Konrad völlig kalt ließ.
„Du hast da noch was zu kauen?“ schien er beim Näherkommen zu fragen. Um gleich darauf onkelhaft hinzu zu fügen: „Ist doch viel zu viel für dich, Mädchen. Gib mir das Ding mal her.“ Und näherte sich einen weiteren Schritt. Senkte auch schon leicht den Kopf.
So schnell konnte Zeta fast gar nicht reagieren, wie der große Hovi da auf sie zukam. Fast hätte sie sich vor lauter Empörung über soviel Anmaßung verschluckt! Es gelang ihr gerade noch rechtzeitig, die Kehle freizubekommen, so dass sie ihre Entrüstung lautstark äußern konnte.
„MEIN Kauknochen ist das!“ bellte sie ihn an, was allerdings bei vollem Maul nicht sehr bedrohlich klang. Das bemerkte sie auch selbst, denn Konrad senkte den Kopf noch weiter.
Da ließ die Kleine den Kauknochen zwischen ihre Vorderpfoten fallen und richtete sich wütend darüber auf. „MEINER!“ kläffte sie nun deutlicher. „Ganz allein MEINER!“ Und fügte auch noch ein diesmal wirklich bedrohliches „Duuuuu!“ hinzu.
„Na,“ machte Konrad daraufhin und hob den Kopf. „Wenn das so ist…“ Er wandte den Kopf langsam ab und sah mich über den Tisch hinweg an. „Die ist ja noch recht jung, gell,“ schien er dabei zu sagen.
Zeta beruhigte sich ein wenig, traute dem Frieden aber noch nicht soweit, als dass sie sich hätte hinlegen mögen. Sie behielt den großen Blonden lieber noch eine Weile fest im Blick, falls der es sich noch einmal anders überlegen sollte.
Und tatsächlich wagte es der Blonde, einen weiteren, diesmal nur ganz kurzen, Blick in Zetas Richtung zu werfen. Woraufhin Zeta leicht die Lefzen anhob, ihm scharf ins Auge blickte und ganz leise wiederholte: „Immer noch mein Kauknochen. Da kriegst du nichts von ab.“

Wäre Konrad ein Mensch, hätte er einmal sanft den Kopf geneigt und verkündet: „Hiermit erteile ich dir die Erlaubnis, diesen Kauknochen allein zu verspeisen. Wohl bekommt’s.“ Denn so, wie er sich von ihr abwandte, hätte er ihr auch gerade ein Geschenk machen können, für das sich Zeta unhöflicher Weise nicht bedankt hat, so dass er ins Grübeln kam, ob er für seine Gabe die Richtige gewählt hätte.
Gemächlich und bedächtig wandte sich Konrad vom Tisch ab – für Zeta eindeutig zu langsam, doch sie hielt sich gerade eben so zurück – er hatte ja auch noch andere Dinge zu erledigen, als sich mit einer Göre herumzuzanken. Und weil er gerade so beim Schlendern war, da wanderte er auf den Flur zurück.

Sobald Konrad durch den Vorhang verschwunden war, entspannte sich Zeta wieder. Legte sich hin und bearbeitete mit neuem Elan IHREN Kauknochen.

Irene


21. Juni 2005
Wie komme ich an Konrad vorbei?

Letztens nach der Raubtierfütterung:
Da lag Konrad so vor der Stubentür, dass sein Kopf fast den halben Vorhang berührte, der bei uns die Stelle einer Tür einnimmt. Zeta, die noch auf dem Flur an ihrem Kauknochen nagte, war das erst gar nicht aufgefallen. Doch als sie mit dem Nagen fertig war, wollte sie zu uns in die Stube kommen. Nur wie?
Konrad lag ja davor.
Die kleine schaute sich das durch den breiten Spalt an und schien zu überlegen, ob sie da durch passen würde. Scheinbar nicht, denn sie zog sich wieder etwas zurück.
Vielleicht von der anderen Seite? So steckte sie also ihren Kopf zwischen Vorhang und Wand hindurch, doch da versperrte ihr das Telefontischchen den Weg. Also auch hier kein Durchkommen.
Hat sich der große Konrad vielleicht so weit zur Seite bewegt, dass sie nun auf dem normalen Wege hindurchkommen konnte? Sie überprüfte das, leider mit negativem Ergebnis. So stand sie eine Weile hilflos auf dem Flur herum und grübelte weiter über dieses Problem nach.
Zwischendurch versuchte sie unter dem Vorhang hindurch zu kommen. Doch das klappte bestenfalls mit dem Kopf – ein wenig aber auch nur. Sie sah also nicht genug, um es auf diesem Wege wirklich wagen zu wollen.

Konrad bemerkte Zetas Bemühungen durchaus, doch bevor sich Ihre Majestät dazu bequemt, etwas für die Untertanen zu tun, müssen schon mehrere günstige Faktoren zusammen treffen. Bislang war es noch lange nicht so weit.
Schließlich aber wälzte er sich auf die andere Seite – es wird doch unbequem, wenn man lange Zeit auf einer Seite liegt, gell? Und dann musste er noch seine Pfoten untersuchen, ob sich da nicht etwas im langen Fell verfangen hatte. Dazu musste er zwangsläufig den Kopf in Richtung Stubeninnenraum wenden.
Auf diese Chance hatte Zeta gewartet, doch noch traute sie der Sache nicht so recht. Ist Konrad wirklich so mit sich selbst beschäftigt?
Aber die Kleine wollte auch dringend ihre Streicheleinheiten abholen. Das wurde für sie beinahe zu einem Zwang. Timmy hätte sich die Sache einmal betrachte und beschlossen, das ist alles den Aufwand nicht wert. Daraufhin hätte er sich auf seine Kuscheldecke verzogen und damit wäre die Sache für ihn ausgestanden gewesen.
Nicht so Zeta.
Sie spähte wieder von allen ihr zugänglichen Seiten durch den Vorhang und an ihm vorbei. Ja, eine Chance sah sie da durchaus, aber es wäre eine ziemlich riskante Angelegenheit geworden. So traute sie sich nur bis zum halben Vorderkörper hindurch und zog sich dann doch wieder zurück.
Nein, sie mochte immer noch nicht an Konrad vorbeigehen.

Konrad war nun mit seinen Vorderpfoten fertig und schritt zur Untersuchung der Hinterpfoten. Dazu allerdings musste er sich etwas mehr zusammenkrümmen – für Zeta leider in die falsche Richtung. Die Kleine peilte ja immer wieder mal unter dem Vorhang hervor.
Da der große Blonde nun schon wieder einige Zeit auf der einen Seite gelegen hatte, war es allmählich an der Zeit, sich noch einmal umzudrehen. Schließlich konnte er so dann auch bequemer die andere Hinterpfote untersuchen.
Endlich sah Zeta ihre Chance gekommen. Da – der Blonde dreht sich. Da – er beugt sich von ihr weg. Jetzt aber! Nichts wie los.
Zetas ganzer Körper war angespannt wie ein Flitzebogen. Dennoch hielt sie sich zurück. Zwang sich regelrecht, ganz vorsichtig an Konrad vorbei zu gehen. Ihn ja nicht zu berühren.
Aber – auweia! Der Kerl ist ja fast doppelt so groß wie Zeta – so große Schritte kann die Kleine gar nicht machen. So kam es, wie sie wohl befürchtet hatte, zu einer Berührung.

Uuaahh!! Nun aber schnell über den Kerl hinweg gesprungen!

Und Konrad hatte nun auch seine Pfoten fertig untersucht, nichts bedenkliches entdecken können und streckte sich wieder genüsslich ganz lang aus.
So wich er vor der Berührung durch Zeta zurück, ohne sein Gesicht zu verlieren, ohne mit der Kleinen meckern zu müssen, da er sich ja sowieso gerade anders hatte hinlegen wollen. Nun, das konnte sie ja nicht ahnen, gell?
Hapuh! Dann war Zeta an dem Großen vorbei und kam um den Sessel geschwänzelt, dass wieder einmal der ganze Hund wackelte!

Irene


22. Juni 2005
MEINE Menschen

In manchen Dingen ist Zeta besonders eifersüchtig – ein klein wenig ist sie es ja sowieso. Die folgenden Begebenheiten zeigen aber wieder einmal, dass Zeta mit ihrer Eifersüchtelei nicht sehr weit kommt.

Als Konrad vor einigen Tagen bei uns war, machten wir alle zusammen einen Ausflug in die Uniwildnis. Es war ja fürchterlich heiß, so dass wir es bei einem kurzen Rundgang beließen und uns dann lieber am Ufer des Hundesees aufhielten.
Zum Werfen von Spielzeug hatte ich keine Lust und auch den Hundchen genügte es, einfach nur im kühlen Wasser zu stehen. Zumindest eine zeitlang traf das auch für Tim zu, der dann aber schon bald auf die Suche nach einem Baumpilz ging.
Konrad stand weiterhin im Wasser und Zeta war völlig unentschlossen, was sie denn nun machen sollte. Bei Konrad bleiben? Hinter Tim herlaufen? In der Nähe ihrer Menschen sein?
Dann kam Tim wieder, brachte einen Pilz mit, den er mir vor die Füße legte. Oh, das fand auch Konrad interessant, so dass er aus dem Wasser gestiegen kam. Und Zeta natürlich gleich hinterdrein.
Tim hatte da aber nichts eiligeres zu tun, als seinen Pilz in Sicherheit zu bringen. Ob Konrad ihm den wegnehmen würde, war ungewiss, doch Zeta hatte das ja schon häufiger versucht.
Konrad sah Tim nur wie gelangweilt hinterher und wandte sich dann mir zu. Na, schien er zu fragen, hast Du nicht doch ein Spielzeug mitgebracht? Oder wenigstens etwas Futter?
Tatsächlich griff ich zufällig in diesem Moment an meine Tasche, worauf mir Konrad noch etwas näher auf die Pelle rückte. Und das war nun für Zeta, die die ganze Zeit Zurückhaltung geübt hatte, nun doch zu viel.
Abdrängen ließ sich der große Kerl von ihr nicht, wie sie gleich darauf feststellen musste. Sie hätte auch versuchen können, einen Baum beiseite zu schieben. Aber der sollte mir nicht so nahe sein!
Als sich dann auch noch wieder Timmy näherte, weil er wohl hoffte, ich würde nun doch noch zum Werfen aufgelegt sein, war es mit Zetas Geduld völlig zu Ende. Wie sollte sie denn zwei große Hunde davon abhalten, sich mit mir zu befassen? Völlig unmöglich!
Solange Tim sich also noch auf dem Weg befand, wollte Zeta wenigstens schon mit Konrad fertig sein. So wusste sie sich nicht anders zu helfen, als bei ihm aufzureiten. Es sah schon recht verzweifelt aus, wie sie da auf seiner Kruppe herumhoppelte.
Konrad ignorierte Zetas Bemühungen. Als er entdeckte, dass ich mir nur selbst einen Bonbon in den Mund schob und keine Hundekekse hervorholte, drehte er sich um und stiefelte wieder ins Wasser. Schüttelte somit das lästige Hundekind Zeta einfach ab.
Tim kam auch nicht näher, da der einen Mann entdeckt hatte, der ihm schon häufiger mal einen Stock geworfen hatte. So strebte er dem zu. Und Zeta stand nun endlich allein neben mir, wirkte aber nicht glücklich oder auch nur erleichtert. Sie schien mir verwirrt zu sein, weil sie von niemandem beachtet wurde. Wie sie sich dann wieder mir zuwandte, musste sie feststellen, dass ich dabei war zu gehen. Irgendwie alles nicht so, wie sie sich das vorgestellt hatte.Diese Begebenheit war der Auftakt zu einer weiteren.

Als wir wieder Zuhause waren und es dann Zeit wurde für den Abendspaziergang, als ich mir dazu andere Schuhe anziehen wollte, da ging es dann weiter.
Konrad fand die Idee klasse, noch einmal hinaus zu gehen. Er hatte im See viel Wasser geschluckt und das suchte sich nun dringend einen Ausgang. Den beiden anderen Wuffels ging es ja ähnlich. So saß Tim dann wie gewohnt vor der Wohnungstür. Dort konnte er nicht übersehen werden und war gewiss, dass er mitgenommen werden würde. Zeta stand mitten im Flur und wartete darauf, dass ich fertig werden würde. Sie hatte ja schon vor langer Zeit gelernt, mir dabei nicht im Wege zu sein. Konrad, sonst doch deutlich zurückhaltender, musste mir nun aber sein dringendes Bedürfnis haarklein erläutern, wobei er mir aber auch unbedingt ins Gesicht sehen wollte. Dadurch rückte er mir natürlich ziemlich nahe auf die Pelle.

Und nun kam wieder einmal Zetas Einsatz, denn Konrads Nähe zu mir konnte sie gar nicht ertragen. Anstatt aber zunächst einmal zu sanften Worten zu greifen, wie ich es sonst von ihr kenne, stieg sie ihm gleich ins Kreuz. Diese Art des Übergriffs konnte Konrad nun wirklich nicht ignorieren. Er drehte sich nach einem kurzen Moment des Erstaunens zu Zeta um. Die dachte in dem Moment wohl, sie hätte gewonnen, denn flink wollte sie sich nun zwischen ihn und mich drängen. Damit aber spielte sie Konrads Absicht nur entgegen. Er musste sich gar nicht so weit zu ihr umdrehen und stoppte sie dadurch, dass er ihr eine Pranke ins Kreuz legte. Da er ja fast doppelt so groß wie Zeta ist, war dies nur eine leichte Übung für ihn. Wegen seines auch deutlich höheren Gewichtes zeigte seine Geste aber deutliche Wirkung.

Wie sich nun Zeta, die eben noch so selbstbewusst war, darüber empören wollte, da wurde sie von der immer noch auf ihr liegenden Pranke an Konrad herangezogen und zurecht gerückt – und dann stieg Konrad mal eben auf. So erstickte er alle weiteren Protestnoten ihrerseits fast im wahrsten Sinne des Wortes.Als Zeta dann aber doch noch was dazu sagen wollte, sie lag da schon halb am Boden, beugte sich Konrad ein ganz klein wenig weiter vor und brachte sein Maul so dicht an Zetas Ohr. Da hinein brummte er einmal und Zeta war nun völlig geplättet, vergaß alle weiteren Widerworte. Nachdem sich die Situation so weit abgespielt hatte, fand ich, dass ich nun doch endlich meine Schuhe zubinden wollte und schob deshalb die beiden Hunde von meinen Füßen weg.

Zeta nutzte diese Gelegenheit, um sich Timmys und meines Mannes Zugehörigkeit zu versichern – Konrad fand, er müsste noch einmal von vorn anfangen, mir seine Bedürfnisse auseinander zu setzen. Dabei misstrauisch beäugt von Zeta, die sich im Moment nicht wieder zu mir traute.

Irene


23. Juni 2005
Zeta und Sweety

Von Sweety, der schwarzen Kleinspitzdame, hatte ich vielleicht schon mal berichtet. Vor einigen Tagen war auch sie unser Gast.
Nachdem sich die Kleine ein wenig bei uns eingelebt hatte, kam so allmählich ihr natürlich freches Naturell zum Vorschein. Konrad ignorierte das, Tim hielt einmal dagegen und erzählte der Kleinen so, wo der Hase lang läuft. Zeta aber schaute die kleine Schwarze stets sehr neugierig an, wenn die sich anders als zurückhaltend benahm. Der sonst eher träge Pudel wurde gelegentlich doch sehr unwillig und mürrisch, wenn er in seinem Schönheitsschlaf gestört wurde.
Sweety fand wohl, die großen Hunde müssten ihr den Vortritt gewähren, wenn es um Streicheleinheiten ging. Sie hatte beschlossen, uns als Ersatzmenschen zu akzeptieren und wollte ihre Rechte an uns auch mit aller Entschiedenheit durchsetzen.
Wie gesagt, Womann verschloss so lange die Augen vor diesem Gehabe, wie er nicht direkt betroffen, also im wahrsten Sinne des Wortes berührt wurde. Konrad ignorierte das Verhalten gänzlich und Tim ging der kleinen Schwarzen lieber aus dem Weg, nachdem er ihr einmal die Meinung gegeigt hatte. Ob er wohl glaubte, da sei eh Hopfen und Malz verloren?
Zeta jedoch wurde immer interessierter, je aufmüpfiger sich Sweety gebärdete. Das war ja interessant. Das war ja spannend. Was macht die denn da? Was will die nur? Was soll denn dieses Theater?

Wäre Zeta ein Mensch, ich hätte angenommen, sie studierte ein wissenschaftliches Objekt. Ob der Frosch hüpft, wenn ich ihn anstoße? Kann das Ding seine Farbe verändert, wenn es sich aufregt? So etwas muss man aus nächster Nähe beobachten. Nicht berühren, nicht anfassen, nur gucken. Wer weiß, vielleicht macht man sonst etwas kaputt? Oder es entgeht einem ein wichtiges Forschungsergebnis?

Je mehr Sweety sich aufregte, etwa weil mein Mann mit Zeta kuschelte und die Kleine das verhindern wollte, wozu sie aufgeregt am Sessel herumsprang, desto krauser zog sich Zetas Stirn. Desto konzentrierter schaute sie das ‚Ding‘ an. Auch wenn Sweety schließlich an Zeta selbst herumschnuffelte, ihr die kleine Nase in die Flanken bohrte, manchmal sogar die kleinen Zähnchen einsetzte, um Zeta vielleicht wegzuziehen, drehte sich Zeta stets nur konzentriert neugierig zu ihr um. Es gab keinerlei Anzeichen von Aggression, was mich schon irgendwie verblüffte. Ihrer Miene nach hätte ich geglaubt, da wäre gleich eine Abreibung fällig. Doch das höchste der Gefühle war, dass Zeta ihre Nase wenige Millimeter über Sweetys Nacken hielt, der Lütten sozusagen heißen Atem ins Genick blies und sie ansonsten so lange überall hin verfolgte (also immer mit der Nase fast im Nacken), wie diese Theater machte. Sweety fand das wohl irritierend, aber nicht bedrohlich. Sie schien nie genau zu wissen, woran sie denn nun bei Zeta war. Die großen Rüden vermochte sie einzuschätzen, denn die ließen sich entweder vertreiben oder nicht. Doch was sollte sie mit diesem jungen Fräulein anfangen?Die ließ ja selbst dann nicht mehr Reaktionen erkennen, wenn sie mal von einem Kauknochen vertrieben werden sollte. Die war einfach nur… lästig. Ein Hindernis zwischen ihr und der Hand ihres Ersatzmenschen. Aber irgendwie keine wirkliche Konkurrenz.

Wenn es nicht zu vermessen klingt, würde ich behaupten, dass sich Zeta der kleinen gegenüber so verhielt wie jemand, der eine ihm vertraute und dennoch irgendwie fremde Sprache hört. Die Laute schrappen immer ganz knapp an der Grenze des Verstehens vorüber, so dass man den Eindruck gewinnt, gleich etwas aufschnappen zu können, gleich zu wissen, worum es da ging.
Vielleicht auch wie bei einem zu leise eingestellten Radio, wenn man eine interessante Nachricht über anderen Lärm hinweg heraushören will. Man nähert sich dem Lautsprecher des Radios, beugt sich dicht darüber und hofft, nun besser zu verstehen.

Eine andere Vergleichsmöglichkeit hätte ich noch: Wenn man etwas hört, das einen an etwas von früher erinnert, dann legt man auch den Kopf schief und konzentriert sich auf das Geräusch. Man sucht während des Hörens in seiner Erinnerung nach. Was war das eben? Warum kommt mir das so bekannt vor? An was erinnert es mich bloß? Etwa so wirkte Zeta auf mich, wenn sich Sweety eifersüchtig zwischen Zeta und einen von uns Menschen zu drängen versuchte. Zeta schien intensiv auf etwas zu lauschen, beugte sich dabei zur Geräuschquelle hinab. Wollte nichts Böses, sondern nur ein Stichwort für ihre Erinnerung oder für besseres Verstehen.

Irene


24. Juni 2005
Langeweile

Gestern war ich völlig fertig und am späten Nachmittag müde wie ein Stein. Die Hundchen hatten gerade ihr Futter bekommen, danach habe ich mich auf der Couch langgemacht. Mein Männe war zum Sport und als er wiederkam, wurde ich allmählich wieder munter.
Bevor ich so richtig aufnahmefähig war, sagte mein Männe mir: „Guck dir mal den Flur an. Zeta hat gewütet.“ „Häh?“ dachte ich nur. „Was will er mir jetzt sagen?“
Es dauerte noch eine Weile, ehe ich in der Lage war, mich aus der Waagerechten zu erheben. Letztendlich hat die drückende Blase es geschafft, mich hochzutreiben. So verließ ich also die Couch und betrat den Flur…
Es sah aus wie ein Schlachtfeld. Der ganze Boden war mit tausenden Pappstückchen von Eierpappen übersät. Die Eierkartons bewahren wir in der Küche in einem niedrigen Regal auf.
Tja, nachdem Zeta gestern eine größere Portion Futter als üblich bekommen hatte, besaß sie, nachdem die Ration verdaut war, einiges mehr an Energie. Und weil Mama schlief und nicht wach zu bekommen war, hat sich das Mädel eben selbst beschäftigt.
Pappe ist okay, hat Mama ja auch immer gesagt, wenn es Klorollen gab. Also muss das auch auf Eierpappen zutreffen, wenn gerade keine Klorollen zur Verfügung stehen, gell?
Als ich dann den Flur wieder begehbar machen wollte, mischte sich Zeta zaghaft ein. Sie versuchte ihr Kunstwerk zu retten und war so kompromissbereit, dass sie die Pappteilchen gerne anders platzieren wollte, wenn sie denn nur auf dem Boden blieben. Weil ich das aber so gar nicht wollte, versuchte sie mich dadurch aufzuhalten, dass sie sich vor meinen Füßen herumräkelte und mir dabei die Hände abzulecken versuchte.
Ich hatte so den Eindruck, dass Zeta wirklich jedem einzelnen Pappteilchen traurig hinterherschaute, als es vom Fußboden in die Papierkiste wanderte. Als auch das letzte Teilchen verschwunden war, hätte ich mich gern der Kleinen zugewandt, doch die verzog sich nun auf ihre Matratze.

Irene


25. Juni 2005
Total ausgelaugt

Gestern war ein harter Tag für die Wuffels und mich.
Erst am Vormittag alle gemeinsam zu einem Spaziergänger und dort eine Stunde lang stramm marschiert. Dann kurz nach Hause und was essen. Anschließend den nächsten Spaziergänger abholen und mit dem, samt Tim und Zeta, drei Stunden herumlaufen. Dabei sind die Wuffis tüchtig gerannt und geschwommen. Den Spaziergänger wieder abliefern und weiter zum nächsten Spaziergänger. Dort wieder eine Stunde stramm marschieren und endlich nach Hause. Da dann aber alles auf Besuch vorbereiten, der bis in den späten Abend hinein blieb.
Heute früh waren die Wuffels immer noch so erledigt, dass Zeta nicht mit mir zusammen ins Bad gehen mochte, was sie sonst eigentlich immer tut. Erst als ich fast mit allem fertig war, bequemte sie sich bis auf den Flur, von wo aus sie das restliche Morgengeschehen beobachten konnte.
Ein ganz seltsames Gefühl, mal keinen Hund dicht um seine Füße zu haben, mal nicht bei jeder Drehung vor einem Hund zu stehen. Da hat mir doch irgendwie etwas gefehlt.
Naja, als Ausgleich für den gestrigen Tag ist mein Männe heute Morgen allein zu unserem Spaziergänger gefahren. So können wir übrigen uns ein wenig erholen – bis heute Nachmittag, dann geht es wieder hinaus.

Irene


26. Juni 2005
Von Zeta geschrieben

Hi, Ihrs!
Wisst Ihr, was mir gestern passiert ist? Halb abgesoffen wäre ich! Jawoll, und das alles nur wegen dem Tim. Aber das glaubt mir Mama ja nicht, schnüff.
Der hat gestern am Hundesee wieder so einen tollen Baumpilz geworfen gekriegt und ich nicht. Ja, gut, Mama wirft mir auch mal was und manchmal schwimme ich dann auch hinterher. Aber so einen tollen Pilz, wie Tim ihn kriegt, bekomme ich nie!
Na, und dann ist der Tim doch wieder in den Teichrosen verschwunden. Und dann kam und kam er nicht wieder. War doch wohl klar, dass ich da hinterher musste, um zu sehen, ob ich den Pilz finde, oder?
Manchmal ist Tim ja irgendwie schon blind auf der Nase. Und außerdem weiß ich bei dem auch nie so genau, ob der nicht was anderes sucht. Und zu guter Letzt darf der doch gar nicht so lange von Mama weg sein. Das gehört sich nicht!
So, und deswegen bin ich also hinter ihm hergeschwommen. Wart Ihr schon mal zwischen Teichrosen gefangen? Also, ich kann Euch sagen, das ist wirklich kein schönes Gefühl. Wie die einem nach den Beinen greifen! Und einem die Sicht versperren. Da hat man wirklich ganz ordentlich zu kämpfen, wenn man da durch will.
Da verstehe ich auch den Tim nicht. Der lässt sich immer wieder darauf ein, da rein zu schwimmen. Selbst mein Kumpel Flash hält sich da nicht wirklich zurück. Er schaut auch immer nach, wenn Tim in den Teichrosen verschwindet.
Es ist jedenfalls verdammt schwierig, zwischen den Teichrosen das Gleichgewicht zu behalten. Und die Übersicht. Weil man ja nicht nur schwimmen, sondern sich auch immer wieder freikämpfen muss. Manchmal kommt man auf den Grund, der tüchtig schlammig ist, manchmal nicht. Und man weiß vorher nie, wie es unter einem sein wird.
Boah! Und gestern, da hat der Tim aber lange nach diesem ollen Pilz gesucht. Wie konnte ich da die ganze Zeit am Ufer bleiben? Ging gar nicht. Mama hat mir zwar auch immer wieder mal was ins Wasser geworfen, damit ich was für mich habe, aber das war ja eben nicht der Pilz.
Da blieb mir gar nichts anderes übrig, als hin und wieder zu Tim zu schwimmen. Aber auf Mama musste ich auch hören. Weil die ja auch mit mir spielen wollte. Außerdem wirft sie manchmal Futterbrocken ins Wasser. Die darf man nicht untergehen lassen. Wenn man die nämlich nicht findet, dann fressen einem die Fische das Futter weg.
Ist Euch das schon mal passiert? Da seht Ihr einen Brocken auf dem Wasser treiben und wie Ihr dann heranschwimmt, schwimmt der Brocken weg. Treibt einfach weg, obwohl gar kein Wind weht.
Erst wusste ich ja auch nicht, was da los ist. Wie ich dann aber näher kam, da wuselte es mir im Wasser um die Beine herum. Im Wasser! Während des Schwimmens. Bäh, das war gar nicht so schön.
Da habe ich schon manchmal versucht nachzusehen, was da eigentlich los ist. Also stecke ich den Kopf unter Wasser. Ist aber meistens so trübe, dass ich gar nichts erkennen kann. Außerdem läuft einem dabei immer Wasser ins Ohr. Auch nicht schön. Und riechen kann man unter Wasser auch nicht.
Wenn dann noch andere Hunde im Wasser sind, gibt es zudem noch reichlich Wellen, so dass ich auch immer wieder Wasser ins Ohr kriege. Will ich das dann rausschütteln, das kitzelt schließlich ganz dolle, dann geht das auch nicht. Jedenfalls nicht im Wasser. Oder nur dann, wenn ich stehen kann. Blöde Erfindung, so etwas.
Oh, aber der Tim, der war gestern richtig ganz lange in den Teichrosen. Und ich ja deswegen auch immer wieder zu ihm hin. Menno! Was der dabei manchmal für Wellen macht, ist gar nicht zu beschreiben.
Der ist ja leider größer als ich und deswegen kann der da meistens auch stehen. Das nutzt der voll aus! Dann steht er da auf den Hinterbeinen und wenn ich dann komme, dann fängt er vorne an zu planschen. Da schwappt mir dann immer wieder Wasser ins Gesicht!
Ja, und so ist das gekommen, dass ich gestern fast abgesoffen wäre. Weil ich zu Tim geschwommen bin und der wieder rumgeplanscht hat. Da hab ich auch wieder Wasser ins Gesicht gekriegt. Aber volle Kanne! In die Nase und in die Ohren. Und vor lauter Schreck hab ich mich auch noch verschluckt und musste ganz dolle husten. Und das alles mitten im Wasser! Mitten zwischen den Teichrosen, die einen immer festhalten wollen, ohne dass ich da stehen kann!
Hustend, schnaufend und mit ganz kitzeligen Ohren konnte ich mich gerade eben noch ans Ufer retten. Da konnte ich mich dann auch endlich richtig schütteln.
Mama hat mich dann getröstet und mir was zu fressen gegeben. Hab ich natürlich auch genommen. Aber der Tim war immer noch im Wasser. Ich sag’s Euch, als der dann endlich rauskam, dem hab ich aber was erzählt!
Hat nur leider nichts geholfen. Der kann ja so stur sein! Der gibt mir nie das Spielzeug ab. Der will das immer für sich behalten. Und dann geht immer er damit zu Mama. Na, davon kann ich ihn ja jetzt schon so einigermaßen abhalten. Aber wenn Mama doch das Spielzeug haben will, dann muss ich es ihr doch geben. Aber der Tim, der lässt mich nicht. Der doofe, der.

Zeta


27. Juni 2005
Zeta kann Ball spielen

Hallöchen!
Ich bin ja so froh, wieder einmal etwas Bemerkenswertes berichten zu können. Und auf das heute mehrfach gezeigte „Ereignis“ bin ich besonders stolz.
Erstens hat Zeta heute einen Ball gefunden, als sie hinter Tim herschwamm, der auf der Suche nach seinem in den Teichrosen verschwundenen Stock war. Das war ja schon mal ein Riesenerfolgserlebnis für die Kleine. Und Timmy hat den Ball nicht mal bemerkt!
Tja, und nachdem Zeta dann ihre Beute erst einmal ausgiebig abgelutscht hatte, kam sie auf Zuruf zu mir. Erstaunlich war für mich zunächst, dass sie wirklich ganz zu mir kam, obwohl ich ohne Futter dastand.
Für Tim hatte ich derweil einen anderen Ball geworfen und Zeta schaute interessiert und vor allem leise zu. Wieder rief ich sie zu mir, wieder kam sie heran. Diesmal ließ sie sich den Ball abnehmen, den sie aber ganz genau im Auge behielt.
Ich hatte sie natürlich für das Herausgeben des Balles per Stimme gelobt. Und dann warf ich ihr den Ball in eine andere Richtung, damit sie sich mit Tim nicht ins Gehege käme. Mit Riesenanlauf und viel Geplatsche warf sich Zeta ihrem Ball hinterher – und brachte ihn wieder zurück!
Juhuu!!! Ich hätte bald am Ufer ein Freudentänzchen aufgeführt. Das hat sie bislang in der Weise noch nie getan. Und es blieb nicht bei diesem einmaligen Ereignis. Nein! Wir konnten eine ganze Weile lang so spielen.
Immer brachte sie ihn zurück, auch wenn sie nicht immer gleich von selbst damit zu mir angelaufen kam. Sie beobachtete Timmy dabei auch ganz genau. Der kam zu mir, brachte den Ball, den ich wieder ins Wasser warf. Und gleich danach legte mir Zeta zumindest die Schnauze in die Hand. Ich konnte den Ball festhalten und sie ließ los. Wartete gespannt, ob ich ihn auch werfen würde – und flitzte dann mit Juhu und Hurra hinterher.
Irgendwann hat ja jeder Spaß mal ein Ende, denn die Hundchen müssen ja mal Pause machen. Von selbst denken die ja nicht daran. Also die Bälle weggepackt und dafür ein paar Futterbrocken herausgeholt. Das kam in dem Moment genau richtig. Naja, für Tim vielleicht nicht so unbedingt, aber Zeta war die Pause ganz recht.
Nachdem wir dann nochmal ausgiebig gelaufen waren, unterwegs auch noch mal eine längere Pause gemacht hatten (findet Tim immer sehr doof, weil dann so gar nichts passiert), kehrten wir ans Wasser zurück.
Dort waren mittlerweile auch reichlich andere Hunde damit beschäftigt, Stöcker und Bälle aus dem Wasser zu holen, so dass wir es uns in der Nähe des Wassers gemütlich machten. Nun, so recht kann davon keine Rede sein. Zeta weiß sich zwar still zu beschäftigen, aber Tim wollte auch unbedingt wieder schwimmen. Damit er nicht allzu laut herumquengeln konnte, musste er neben mir liegen bleiben. Tat er ja auch gern, denn so konnte er die Tasche mit dem Ball gut im Auge behalten.
Zeta stromerte derweil am Ufer entlang, kühlte sich die Füße und den Bauch, begrüßte andere Hunde – und fand noch einen Ball. Da von keiner Seite ein Aufschrei kam, auch keinerlei Frage, wem denn der Hund gehöre, der da den kleinen Ball in der Schnauze hätte, ließ ich ihr die Beute.
Tim hatte das zwar bemerkt, doch ich hatte ja seinen Ball in der Tasche. Also jammerte er mir die Ohren voll, dass es einen Stein möglicherweise erweicht hätte. Mich nicht. Aber das fiel mir verdammt schwer. So lenkte ich ihn mit Streicheleinheiten ab. Gefiel ihm nicht sonderlich, da er so sehr dicht bei mir sitzen musste und die Tasche nicht richtig sah. Machte ihn aber immerhin ruhig.
Als sich dann die Leute alle wieder verzogen hatten, zumindest weitestgehend, lockte ich Zeta zu mir, die auch gleich kam. Ich konnte ihr wieder den Ball abnehmen und sie wartete gespannt darauf, wo er denn hinfliegen würde. Da ich zur gleichen Zeit mit der anderen Hand an der Tasche herumhantierte, schaute Timmy nur einmal kurz hinter Zetas Ball her und dann gleich wieder zu mir. „Wirfste mir auch einen Ball? Biiitte!“
Ja, hab ich dann auch gemacht. Und während Tim dann endlich seinem Ball nachschwamm, kam Zeta mit ihrem schon wieder zurück. Aber nicht gleich zu mir, denn erst musste sie nachschauen gehen, was Tim denn da hatte. Immer noch war sie leise. Und gemeinsam kamen sie dann zu mir, der wandelnden Wurfmaschine.
So ging es denn ein ums andere Mal und Zeta schwamm und schwamm, und brachte auch immer wieder den Ball zurück. Gelegentlich schaute sie sogar, ob eventuell ein Stück des Weges schneller am Ufer zurück zu legen sein könnte, ehe sie in die Fluten sprang – das hat sie sich von Tim abgeguckt.

Tja, und weil die kleine Maus so ihre Probleme mit dem Ergreifen von glatten Gummibällen hat, musste sie mehr schwimmen als gedacht. Selbst Bälle, die etwas kleiner sind als ein Tennisball, kriegt sie nur in ganz wenigen Fällen sofort zu fassen. Meistens schubst sie sie unbeabsichtigt immer wieder von sich, wenn sie sie doch eigentlich festhalten möchte. Diese Technik hat sie einfach noch nicht raus.
Immerhin muss sie zum Manövrieren vermehrt die Hinterbeine einsetzen, denn sonst dringt ihr Wasser ins Ohr und sie kommt gar nicht so schnell hinter dieser ollen Kugel hinterher.
Einen Tennisball könnte sie ja packen, doch den gebe ich ihr nicht, damit sie sich nicht so schnell die Zähne daran abwetzt. Auch einen Moosgummiball kann sie relativ gut packen, doch sie schwamm ja ihrer neuesten Beute nach, einem etwas kleineren glatten Gummiball. Der passt ja eigentlich gut in ihre Schnauze, doch dazu muss man nicht nur das maul auf-, sondern vor allem auch rechtzeitig wieder zumachen. Weder zu zaghaft, noch zu heftig.
Ich denke aber mal, das wird Zeta irgendwann auch noch rausbekommen. Immerhin braucht sie mittlerweile keine Teichrosen mehr, um den Ball zu erwischen.
Na, ich denke, Ihr könnt Euch vorstellen, wie müde die Wuffels nun sind. Als wir dann auch noch zum Garten rausfuhren, anstatt gleich nach Hause, da wollten beide erst gar nicht aussteigen. Und sobald sie die Gelegenheit zum Wiedereinstieg hatten, nutzten sie sie auch. Und kamen, obwohl die Türen noch offen waren, nicht eher heraus, als bis wir wieder zu Hause waren.
Jetzt drückt nur noch gerade die Blase vom vielen Wasserschlucken – und ich warte gerade noch auf einen trockenen Moment zum Gassigehen. Bei uns hat es nämlich angefangen zu regnen. Und wenn sich die beiden dann gleich erleichtert haben werden, schlafen sie sicherlich schnell ganz ein und auch tief und fest durch bis morgen früh.

Irene


29. Juni 2005
Schwimmen ist einfach was ganz Tolles

…ist einfach was ganz Tolles.
Mittlerweile springt Zeta für ihr Spielzeug mit einem fast ebenso großen Satz und Platsch ins Wasser, wie Timmy. Im Unterschied zu ihm schaut sie allerdings vorher erst, wo denn das Spielzeug gelandet ist. Sie hat den Bogen noch nicht so raus, anhand der Armbewegung die Flugrichtung zu bestimmen. Andererseits kann sie so aber auch nicht genatzt werden, wie es mir bei Timmy manchesmal gelingt.
Gelegentlich und in letzter Zeit immer häufiger, springt Zeta auch dann ins Wasser, wenn für einen anderen Hund etwas geworfen wurde. Wenn sie dann eindeutig schneller ist, wesentlich vor dem anderen Hund beim Spielzeug ankommt oder aber gar nicht erst ein anderer Hund ins Wasser gegangen ist, dann glaubt sie, das Spielzeug selbst nehmen zu dürfen.
Ansonsten schwimmt sie darauf zu, dreht aber kurz vorher ab. Gerade so als wollte sie sich bestätigen: Wenn ich gewollt hätte, wäre das meins geworden.

Ein Schleckermäulchen ist die Kleine aber auch.
In unserem Garten haben wir zwei Kirschbäume stehen. Die Früchte sind ja mittlerweile so reif, dass sie schon von selbst herabfallen. Da kommen wir mit dem Ernten gar nicht hinterher.
Was aber runter gefallen ist, wird von Tim und Zeta gesucht und gefuttert. Und Zeta hat damit angefangen.
Sie macht das nun schon seit etwa zwei Wochen, frisst ja auch nicht soo viele Kirschen. Anfangs hatte ich schon ein wenig Bedenken wegen der Kerne. Aber mittlerweile habe ich die (oder wenigstens einige davon) in ihrem Kot entdeckt. Da scheint also nichts stecken zu bleiben. Durchfall gibt es auch keinen und viel Gras hat sie vorher auch schon gefressen.
Tja, so wählt sich das Mädel die süßesten Früchte heraus, nämlich die leckeren Schwarzkirschen. Die ‚Glaskirschen‘ sind nicht ganz so süß, also frisst sie die nur, wenn sie keine anderen findet.
Übrigens: Die Him- und Brombeeren aus der Uniwildnis sind noch nicht reif genug. Zeta hat davon gekostet und sie gleich wieder ausgespuckt. Noch vor einer Woche hat sie sie bestenfalls beschnuppert. Da rochen die wohl noch zu sauer.

Irene

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