Januar 2005 – Freiheit…

08. Januar 2005
Zeta ist in ihrer Pflegestelle bei Irene in Bremen angekommen.

Irene führte Zeta’s Tagebuch bis zum 23.07.2005 – dann ist Zeta zu uns gekommen und seither führe ich ihr Tagebuch fort.
Viel Spaß beim Lesen wünsche ich allen
Christine


09. Januar 2005
Erster Eindruck

Mein Mann hat Zeta gestern Nachmittag in Empfang genommen, da ich mit Timmy im Hundeverein war. Mein erster Eindruck, als ich nach Hause kam, also schon im Treppenhaus: Es stinkt. Da hatte er sie aber schon gebadet gehabt.
Der zweite Eindruck, als ich im Flur stand und einen Blick auf Zeta werfen konnte: dünn, ängstlich, freundlich, neugierig, scheu, fast schon schreckhaft.
Wenn dieser Hund wedelt, dann wackelt der ganze Körper. Die Ohren sind dabei so weit angelegt, wie es bei einem Labrador nur möglich ist. Die gesamte Haltung drückt nur eines aus: Großer Mensch, ich habe ganz viel Angst, aber ich bin absolut friedlich.

 Zeta ist zwar so mager, dass man ihre Rippen deutlich sieht, aber nicht ausgehungert. Sie scheint gelernt zu haben, mit kleinen Portionen auszukommen. Immerhin besitzt sie noch eine erkennbare Muskulatur.
 Zeta lässt sich überall anfassen, kennt das aber nicht und macht sich dabei dann sehr steif. Wir werden sie heute noch einmal baden und am Montag mit ihr zum Tierarzt gehen. Ihre Ohren etwa sind nicht so sauber, wie sie sein könnten. Da will ich die erste Reinigung lieber dem TA überlassen.
Geschirr, Halsband und Leine scheint Zeta gar nicht zu kennen, bzw. schlechte Erfahrungen mit Riemen gemacht zu haben. Hat man etwas in der Art in der Hand und kommt damit auf Zeta zu, weicht sie aus. Im Zweifelsfall sucht sie sogar Schutz bei unserem Timmy, an den sie sich dann anzukuscheln versucht. Als er sie deswegen angrollte, erbrach sie ihr Futter.
Zeta hat sich eine Ecke zwischen Sessel und Wand als ihren Schlafplatz ausgesucht. Dort fühlt sie sich sicher, dort gehen wir selten hin. Von dort kann sie die Stube überblicken und auch ein wenig in den Flur schauen und ist doch durch einen zweiten Sessel geschützt, der ihr als Barriere dient. Ihr sicherer Platz ist so ein kleines bisschen wie eine Höhle, wenn auch ohne Dach. Dafür aber mit je zwei engen Fluchtwegen in zwei verschiedene Richtungen.

Erster Spaziergang

Zeta ist ein Hund, den ich ganz gewiss so schnell nicht von der Leine lassen werde. Sie kennt Menschen nicht, kennt wohl auch kaum andere Dinge und ist so extrem unsicher, dass niemand vorhersagen kann, wohin sie sich bewegen wird, welches Versteck sie aufsuchen will.
 Gestern ging es zweimal zum Lösen den Bahndamm auf und ab. In ihrem Fall war der erste Gang eigentlich nur ein Kennenlernen der näheren Umgebung.
 Sie überhaupt aus der Wohnung, auch nur aus der Stube zu bekommen, war ein reines Geduldsspiel. Leichter Zug in meine Richtung, ein permanent wiederholtes lockendes ‚komm‘ und ein stetes Verhindern ihres Zurückweichens. Sobald sie den Zug auch nur ein wenig verringerte, kam sofort ein freundliches ‚jafeiiin‘!
 Bis wir so von ihrem sicheren Platz in der Stube draußen vor der Tür standen, sind bestimmt fünf Minuten vergangen. Da half auch kein Timmy, der im wahrsten Sinne des Wortes mit gutem Beispiel voranging.
 Sobald sie dann draußen war, richtete sich Zeta aus ihrer bis dahin kriechenden Haltung in geduckte Haltung auf. Und so schlichen wir dann zum keine zehn Meter entfernten Bahndamm und in beide Richtungen je etwa fünfzig Meter, ehe wir wieder nach Hause schlichen. Gelöst hat sie sich auf diesem Erkundungsgang nicht.
 Der zweite Gang nach draußen, einige Stunden später, verlief schon etwas zügiger. Sie traute sich nun auch, ihr großes Geschäft zu machen. Schon mal ein gutes Zeichen.

 Zeta, ist während dieser beiden Gänge sehr damit beschäftigt gewesen, nicht gesehen zu werden. Ein abendlicher Spaziergänger auf der anderen Straßenseite ließ sie hinter einem Auto in Deckung gehen.
 Im Wind schwankende Bäume, tanzende Blätter oder in Zweigen raschelnde Tüten beachtet sie hingegen gar nicht. Auch herumwehende Zeitungen oder herumkullernde Dosen interessieren sie nicht.
Wind und Wetter kennt sie also. Und sie unterscheidet deutlich zwischen unbelebten Gegenständen und lebenden Wesen. Vorbeifahrende Autos sind in ihren Augen nicht gefährlich, wohl aber vorbeigehende Menschen. Und auch andere Hunde muss sie, wohl zumindest im Moment, nicht unbedingt haben.
 Zeta ist zur Zeit voll damit beschäftigt, uns drei, also meinen Mann, Timmy und mich, kennen zu lernen. Wobei sie Timmy nur soweit beachtet, dass sie dem großen Groller nicht zu nahe kommt, damit der sie eben nicht wieder angrollt. Er sucht sich seine Kuschelpartner selber aus.

Stubenrein?

Ich denke schon. Wenn ich es richtig beurteile, dann hat sich Zeta in der Nacht bestenfalls das eine oder andere Mal auf ihrem sicheren Platz gedreht, sich aber ansonsten nicht davon weg bewegt. Und sie hat auch nirgendwo hingemacht. Sehr erfreulich.
 Der erste Gang heute morgen verlief noch etwas zügiger. Ich muss nicht mehr ganz so viel Zug aufbauen und halten. Für viele Schritte reicht schon das lockende ‚Komm‘. Aber aus der Stube wollte sie deshalb noch lange nicht.
Immerhin aber traute sie sich, nun auch draußen ihre Pfütze zu machen. Und sie schlich auch nicht mehr ganz so sehr wie gestern Abend. Was nicht heißt, dass sie nicht jeden Winkel auf seine Verstecktauglichkeit überprüfte. Zumindest aus der Ferne.
In der Wohnung habe ich keinerlei Geschäft oder Schaden gefunden. Ich hoffe mal, dass es dabei bleiben wird.

Den heutigen Tag wird Zeta noch haben, um sich mit ihrer neuen Situation anzufreunden. Und auch den Montag werden wir noch relativ ruhig angehen können. Dann allerdings muss sie sich auf längere Spaziergänge einstellen, denn Timmy braucht seinen Auslauf und wir sind nicht immer beide Zuhause, um sie so in Sicherheit sein lassen zu können.
Zwar werden wir auch ausprobieren, ob sie allein bleiben kann, doch daran habe ich keinen wirklichen Zweifel.

 Wenn wir mit Zeta spazieren gehen, wird sie über einen sehr langen Zeitraum an der Leine bleiben müssen. Und am einfachsten wird es sein, wenn wir uns einen Gürtel umbinden, an dem dann die Leine befestigt ist. Dann bleibt ihr genug Spielraum für ihre Geschäfte und zum Schnuffeln, aber sie kann eben nicht weg und wird auch nicht durch ständige Hand- und Armbewegungen gestört. Darauf reagiert sie ja noch etwas ängstlich.

Bewegung

Gerade ist mein Mannaufgestanden. Zögerlich und zaghaft stand Zeta auf und schlich geduckt auf ihn zu – dennoch mit dem ganzen Körper wedelnd. Begrüßung muss sein. Sie weiß gern, wer wo ist und was gerade gemacht wird. Und sie springt beiseite, wenn man sich ihr nähert oder mal eine schnellere Bewegung macht.

Stubenrein ist sie nicht wirklich. Zwar hat sie uns nicht in die Wohnung gemacht, würde das aber tun, wenn sie mal muss und wir sie nicht im Auge haben. Nun kommt auch noch etwas Durchfall hinzu – tja, wohl die ganze Aufregung.
 Immerhin – ihr tanzendes Drehen kenne ich auch gut von Timmy, so konnte ich also schnell eine Jacke überwerfen und mit ihr rausgehen. Diesmal ohne den Großen.
 Zeta wollte zwar wieder nicht die Wohnung verlassen und auch vor der Leine weglaufen, doch anschließend kam sie gut mit. Stieg fast ohne Zögern die Treppe hinab.
 Ohne Timmy schließt sie sich eng an den Menschen an. Irgendwoher muss der Schutz ja kommen. Und wie schon mit Dana, funktioniert es auch mit Zeta: Namen rufen und bei Beachtung ein Futterbröckchen geben. Das hat dazu geführt, dass sie nach einigen Malen ganz eng an mir klebte, meine Hand genau im Auge behielt und leichte Hüpfer machte, als die Hand in die Tasche wanderte bzw. daraus wieder hervorkam.
 Sie wird ihr Futter nur noch aus der Hand bekommen und bei jedem Bissen ihren Namen hören. Ganz allmählich werden andere Worte dazu kommen, die so langsam für sie an Bedeutung gewinnen werden. Wir werden quasi ihre Bewegungen kommentieren, so dass sie die Worte mit ihrer jeweiligen Handlung verknüpfen kann.
Übrigens geht sie, für mich sehr irritierend, liebend gern auf meiner rechten Seite. Links behagt ihr gar nicht.

Ach so: Flöhe hat sie, glaube ich, nicht. Sie hat sich noch nicht einmal gekratzt. Allerdings schüttelt sie sich viel. Nach dem Baden gestern, also ohne Geschirr, relativ wenig, mit Geschirr dagegen viel. Nun hat sie über Nacht Geschirr und Halsband anbehalten. Heute früh hat sie sich nur noch wenig geschüttelt. Schaun wir mal, wie es weitergeht. FrontLine hat sie gestern schon vorsorglich bekommen.

Irene


10. Januar 2005
Besuch

Gestern war ja wieder unser Midgard-Spieletag, zu dem wir einigen Besuch bekommen. Unser Besuch weiß, dass er unsere Hunde in Ruhe zu lassen hat. Zudem hat auch schon Zetas immer noch vorhandener ‚Duft‘ dafür gesorgt, dass sich ihr niemand wirklich nähern wollte.
 So blieb Zeta mit dem Fernseher als Gesellschaft in der Stube zurück, während wir übrigen uns in einem anderen Zimmer zum Spielen versammelten. Irgendwann kam Zeta dann aber auch dazu. Erst schaute sie nur mal kurz vorbei, wollte wissen, was die Menschen denn da so machen. Ihr Kommen ist uns aufgefallen, weil man sie immerhin deutlich riecht. Sie kann ja so leise gehen, dass man sie selbst auf Fliesen kaum hört.
 Schließlich wurden ihre Besuche häufiger und endlich blieb sie gar in unserer direkten Nähe. Allein in der Stube wollte sie einfach nicht bleiben, zumal sich Timmy die meiste Zeit im Schlafzimmer auf seiner Kuscheldecke aufhielt.
 Mit Zeta sind wir in der Zeit so etwa alle zwei Stunden rausgegangen. Leider hat das nicht verhindert, dass sie uns einen See in die Küche gemacht hat. Und das hat trotz allem keiner von uns im Moment des Geschehens bemerkt. Zeta kann ganz schön heimlich sein.
 Durchfall hat sie nicht mehr und ihren Haufen hat sie heute morgen draußen gemacht. Das immerhin klappt schon. Ich denke mal, Zeta muss sich erst noch um einiges sicherer fühlen, ehe sie sich auch traut, draußen ihren Bach zu machen. Ansonsten ist die Wohnung aber in der Nacht trocken und sauber geblieben.

Hinausgehen

Zeta ist immer noch nicht wirklich davon überzeugt, dass es gut ist, die ‚Wurfhöhle‘ zu verlassen. Immerhin aber muss sie nicht mehr mit so viel Druck dazu ‚überredet‘ werden.
 Sie lässt sich schon einfacher anleinen und es bedarf in der Wohnung zumeist nur noch der verbalen Aufforderung zum Mitkommen. Nur durch die Wohnungstür mag sie nicht gehen. Da versucht sie sich zu sträuben.
Gelegentlich scheut sie auch noch davor zurück, die Treppe zu betreten. Sobald aber die erste Pfote auf der Treppe ist, geht sie freiwillig hinunter. Unten an der Haustür folgt dann die zweite Hürde, denn nicht immer mag sie da hindurch gehen.
Draußen dann schleicht sie nicht mehr so völlig geduckt umher. Das bedeutet zwar nicht, dass sie völlig locker und entspannt wäre, aber immerhin kennt sie die nähere Umgebung der Wohnung ja schon einigermaßen. Da muss sie sich nicht mehr vor allem fürchten.
 Der Heimweg unterscheidet sich aber auch noch nicht vom ‚Wegweg‘. Sie wird also nicht schneller dabei. Einzig ihre Scheu vor dem großen dunklen Zaun vor unserem Haus hat sie verloren.
 Anfangs mochte sie aber auch auf dem Rückweg nicht so gern durch die Haustür gehen. Das hat sich jetzt so ziemlich gegeben. Und auch die Treppe läuft sie mittlerweile flott hinauf. Hier ist dann eine deutliche Geschwindigkeitssteigerung zu bemerken. Nun will sie unbedingt wieder in ihre vertraute Sicherheit.
 Beim Ableinen in der Wohnung ist sie auch nicht mehr ganz so schreckhaft. Sie hält schon fast von sich aus still, damit ich den Haken lösen kann. Dabei duckt sie sich nur noch ein kleines bisschen zusammen.

Fressen

Da wir Zeta über den ganzen Tag verteilt nur aus der Hand füttern (viele kleine Portionen oder auch nur einige Häppchen), ist sie natürlich schon recht anhänglich geworden. Sie achtet genau darauf, wo wir Menschen sind und versucht auch unsere Hände zu kontrollieren. (Ist denn da nicht vielleicht wieder was drin?)
 Und selbstverständlich wird jeder Brocken mit ihrem Namen kombiniert. Allmählich auch auf immer größere Distanz. Wir sind jetzt bei etwa einem Meter angekommen.

 Zeta ist für einen Labrador völlig untypisch, denn sie ist kein Staubsauger. Sie kennt Trockenfutter und frisst das auch ganz gern. Brei in welcher Form auch immer frisst sie fast nur mit langen Zähnen. Und dabei wird genau aufgepasst, was ihr denn da unter die Schnute kommt.
Was sie nicht kennt, wird aussortiert. Größere Kartoffelstückchen etwa werden ausgespuckt. Selbst einen Brocken Dosenfutter hat sie erstmal daneben gelegt und vorsichtig begutachtet. Davon wurden dann mal ganz kleine Proben genommen – und tatsächlich für gut befunden.
Aber Fleischwurst, die sonst selbst bei den mäkeligsten Essern wie etwa dem Pudel gut geht, verschmäht Zeta einfach. Kenn ich nicht – ess ich nicht. 
Dafür aber hat sie entdeckt, dass man getrocknete Sehne essen kann. Die verschmäht nun wieder unser Timmy. Ein paar kleine Reste davon hatte ich noch von Dana über und gestern Abend gleich wieder neue bestellt. Wenn Zeta die also frisst, haben wir somit eine Zahnbürste für sie gefunden. Mit ihren eineinhalb Jahren hat Zeta doch schon tüchtig Zahnstein.
 Auch ist ihre Angst und Unsicherheit oft noch viel größer als ihr Hunger. Somit kann man sie also auch nicht durch Futter von in ihren Augen kritischen Situationen ablenken. Da klappt aber mittlerweile das Zureden (Schmatzen, Gähnen) und das Streicheln.

 Heute will ich mit ihr zum Tierarzt gehen, denn ihre Ohren sind nicht ganz in Ordnung, sie stinkt immer noch und wiegen will ich sie auch. Werde sie dann wieder wöchentlich auf die Waage stellen, um ihre Gewichtszunahme zu kontrollieren.

Das Fell

Zeta haart wie nichts Gutes. Ihr Pelz fällt ihr wahrlich in Flocken und Büscheln aus. Das kannte ich bislang nur von Schäferhunden und Mischlingen daraus. Mitmal steht da ein Büschelchen Fell vor und wenn man daran zupft, hat man das Büschel in der Hand.
 Besonders schlimm ist das bei Zeta auf der Kruppe. Das alte Fell ist da regelrecht zu harten Platten verwoben. Ob es wohl daran liegt, dass sie ihren Duft nicht loswird?
 Jeden Tag wird sie einige Male vorsichtig gebürstet. Hat sie sich dabei anfangs noch ganz steif gemacht, steht sie mittlerweile schon recht entspannt da. Es wurden auch schon die Bürste und der Handschuh kurz beknabbert und auch das herausgebürstete Fell.
 Weil sie gar so dünn ist und ich ja eher unseren ‚Brummer‘ Timmy gewöhnt bin, mag ich auf Zeta gar nicht so herumrubbeln, wie es ihr Fell eigentlich erfordert. Da wird es noch eine Weile dauern, ehe sie den alten Pelz los ist. 
Ich denke mal, dabei handelt es sich um original Winterfell, da sie wohl vorher eher ’naturnah‘ gehalten wurde. Unsere doch eher warme Wohnung treibt ihr nun das Fell aus und beschert uns einen zweiten Teppich.

Schmusen

Mittlerweile sucht Zeta auch schon von sich aus unsere Nähe. Dafür verlässt sie dann auch schon mal ihren ausgesuchten sicheren Platz.
 Abends etwa legt sie sich auch schon zwischen uns, also zwischen Sessel und Sofa. Mit viel Klopfen und einigen Stupsern versucht sie, Aufmerksamkeit zu erhaschen und gestreichelt zu werden. Meist hat sie damit auch Erfolg.
 Nach unserem ersten Spaziergang heute früh hat sie es in der Wohnung dann sogar gewagt, kurz an mir hoch zu springen, weil ich aufgehört hatte zu streicheln.
  Sah sehr drollig aus: Vorne langsam runtergehen, dabei zu mir hochschauen. Dann den Vorderkörper mit einer deutlichen Anstrengung und sehr eckig wirkenden Bewegungen in die Höhe wuchten, damit die Schnauze etwa in meine Hüfthöhe gelangt. Die Vorderpfoten wurden dabei für einen winzigen Moment an meinen Knien abgestützt.
 Lange konnte sie sich so aber nicht halten. Danach schaute sie mich nur an. Erwartung und Furcht im Blick. Habe mich dann also wieder langsam zu ihr hinunter gebeugt und sie nochmal gestreichelt.
 Aber auch ansonsten traut sie sich immer häufiger aus ihrer sicheren Ecke heraus und kommt zu uns. Kommt auch schon immer häufiger mit erhobenem Kopf auf uns zu. 
Leute, wenn sie wirklich aufrecht dasteht, ist Zeta eine richtige Schönheit. Sehr elegant, die Dame.

 Übrigens, was ich die ganze Zeit über schon erwähnen wollte: Sie hat überall, vornehmlich aber an der Kehle, reichlich dicke Borken, die sich jetzt mit dem alten Fell herauslösen. Und sie hat, gerade am Kopf fällt das auf, auch noch einige kleine kahle Stellen, an denen wohl vor noch gar nicht allzu langer Zeit noch einige Borken saßen.
Wenn ein Hund mit eigentlich recht dickem Fell so viele Borken aufweist, muss er tüchtig gebissen worden sein. Das war nicht mehr nur einfaches Schnappen. Ich vermute, sie ist des Öfteren von ihrem Futter vertrieben worden. Da haben andere Hunde dann abkassiert.
 Irgendwelche weiteren Schäden sind mir aber nicht aufgefallen. Alle Glieder sind gerade und größere Narben habe ich nicht gefunden.

 Noch ein Übrigens: Zetas Zitzen sind so winzig wie die von Timmy. Da hing also ganz bestimmt noch kein Welpe dran. Ich stelle mal die wilde Vermutung auf, dass es sogar angehen könnte, dass sie noch nicht läufig war. 
Ich weiß, dass das ein wenig arg aus der Luft geholt klingt, aber manche Hündinnen werden tatsächlich erst mit eineinhalb Jahren das erste Mal läufig.
 Vielleicht spekuliere ich aber auch nur deshalb so wild herum, weil ich befürchte, mich wieder um eine läufige Hündin kümmern zu müssen. Na, wir werden ja sehen.

Beim Tierarzt

Zeta wiegt 16,8 Kilo bei einer Größe von etwa 54 cm. Eindeutig zu wenig. Mein Tierarzt meint, so halb scherzhaft, bei Zeta müsse man dranschreiben, dass das ein Labrador wäre. Sie sieht, im Ganzen betrachtet, ja auch eher wie ein Mix aus, da ihr so viel an Gewicht noch fehlt. Etwa 5-8 Kilo mehr sollte sie also schon noch zunehmen.
 Sie wäre wohl auch groß gehungert worden, da sie denn doch eher zierlich und wie ein Jungtier wirkt. Und die vielen Borken und Narben an ihr sprechen davon, dass andere ihr oft das Futter wegfraßen.
 Ich habe ihn auch mal gefragt, was ich denn gegen ihren immer noch heftigen Geruch machen könnte. Mein Tierarzt meint, wenn ich den im Moment noch gestörten Fettstoffwechsel in Gang brächte, würde der Geruch allmählich von allein verschwinden. Jedenfalls sollte ich sie nicht weiter baden, sondern eher viel bürsten und massieren, damit der alte Winterpelz verschwindet, in dem sich ja auch viel vom ‚Duft‘ verfangen hat.
 Zeta hat zunächst einmal eine Aufbauspritze bekommen und soll ab nun erstmal jeden Tag zusätzlich einen Esslöffel Dextropur erhalten. Öl und Ei fürs Fell, was mir schon bekannt war, und auch hier wieder mit Kohlehydraten für allmähliche Gewichtssteigerung sorgen. Ihr vieles Schütteln käme vom juckenden Pelz, die Ohren sind einigermaßen in Ordnung und der kräftige Zahnbelag verschwindet allmählich, da sie ja gern getrocknete Sehne frisst. 

Der Weg zum und vom Tierarzt war für Zeta aufregend und mental anstrengend. Wir sind zu Fuß gegangen. Eigentlich ein Weg von fünf Minuten. Das geht aber nicht mit Zeta. Schnell gehen mag sie nicht in dieser für sie fremden und verwirrenden Umgebung. Also gingen wir langsam. Und immer mal wieder etwas abseits vom größten Trubel stehen bleiben, gucken und streicheln.
 Na, nun hat sie es ja überstanden und schläft erstmal tief und fest. So nach und nach werden wir solche ‚Ausflüge‘ wiederholen, damit sie sich auch dort so einigermaßen zurecht findet. Aber man immer langsam mit den jungen Pferden, pardon, Hunden.

Irene


12. Januar 2005
Zeta in der Uniwildnis

Nachdem die Hürde ‚Auto‘ ähnlich gut überwunden wurde, wie schon vorher das Treppensteigen, wird Zeta nun mit unserem Lieblingsauslaufgebiet, der Uniwildnis, konfrontiert.
 Anfangs war die fremde Umgebung für sie natürlich verwirrend, doch da sie sehr neugierig ist, hat sie sich doch schnell zurecht gefunden. Ihre Freiheit wird allerdings durch die Länge der Laufleine bestimmt.
Ganz allmählich traut sie sich an der langen Leine auch mal voran, begrüßt andere Menschen und Hunde und folgt auch ihrer eigenen Nase.
 Sie ist am Wasser interessiert, kann aber noch nicht so recht entscheiden, ob sie es nun wirklich mag oder eher nicht. Da sie aber immer wieder und auch immer weiter hineingeht, denke ich, wird sie irgendwann später einmal ein echter Wasserhund werden.
Ballspielen ist auch etwas interessantes für sie. Da flitzt was über den Boden oder huscht durch die Luft… und andere Hunde sind da hinterher… muss gut sein.
 ACHTUNG: Zeta besitzt durchaus kräftigen Jagdinstinkt! Als von einem Graben Enten aufflogen, war sie kaum zu halten. Und sie wäre den Enten auch glatt ins Wasser gefolgt.
 Andere Hunde sind für sie keine Spielpartner. Zwar begrüßt sie die anderen mittlerweile gern, ist an ihnen interessiert, aber sie tut zumindest so, als kenne sie kein Spiel. Vielleicht weiß sie mit anderen Hunden wirklich nicht mehr anzufangen als dies.

Am Sonntag werde ich sie mit in den Hundeverein nehmen, wo sie dann einmal mit in die Welpengruppe gehen kann. Für die Rüpel ist sie mir in sich selbst noch nicht sicher genug. Aber mit den Welpen wird es gutgehen – vorausgesetzt, sie selbst hat keine Aversionen gegen Welpen.
Trotz ihrer Magerkeit findet Zeta dennoch Anhänger und Bewunderer. Es gibt eben reichlich Menschen, die ihre Schönheit schon jetzt sehen.
 Aber auch hier ACHTUNG: Zeta entwickelt sich rasch und wird dabei sehr lebhaft und lebendig. Sie zeigt durchaus Tendenzen, ihren eigenen Kopf durchsetzen zu wollen, und kann zudem ihre Ohren gut auf Durchzug stellen.

Zetas Steckbrief

Größe so zwischen 50cm und 55cm.
 Gewicht bei etwa 17 Kilo.
 Farbe rotblond, also fuchsfarben.
 Alter etwa 1,5 Jahre.

 Grundgehorsam hat sie nicht. Absolut null.
 Stubenrein ist sie nicht wirklich. Haufen draußen, püschern oftmals drinnen.
 Leinenführigkeit generell gut, auch wenn sie einem dabei oft vor die Füße läuft.
Treppensteigen kann sie.
 Autofahren verträgt sie gut.

 Wesen:
Generell menschenfreundlich, Kinder schätzt sie nicht. Die sind zu laut und zu hektisch. Zur Zeit für Kinder unter zwölf Jahren nicht geeignet.
 Mit anderen Hunden gut verträglich.
 Jagdinstinkt.
 Wasserliebend noch nicht wirklich.
 Sehr neugierig und aufgeweckt.
 Vertrauensvoll.
 Nicht aggressiv.
 Schreckhaft, vor allem bei Geräuschen und schnellen Bewegungen, sowie allem Unbekannten.
An der Leine neigt sie bei Angst zum Verstecken an der Laufleine zum Flüchten. Würde wohl auch kopflos davon stürzen. 

Abgesehen von ihrem noch zu geringen Gewicht und ihrem immer noch recht intensiven Duft (beides hängt mit ihrem noch gestörten Stoffwechsel zusammen) ist Zeta gesund.
 Sie frisst jedoch nicht wie der typische ‚Staubsauger-Labbi‘, sondern doch eher zurückhaltend, wobei sie auch nach Geschmack oder Kennen ’sortiert‘.

Irene


13. Januar 2005
Plastikdieb

Zeta entwickelt eine Vorliebe für Plastikgegenständen. Kugelschreiber, Inhalator, Handfeger, Schaufel etc. …. nichts ist vor ihr sicher.
 Da hilft es auch nicht, ihr etwas anderes anzubieten, einen Kauknochen etwa oder einen leeren Eierkarton. Nimmt sie dann zwar, doch sie lässt das gleich wieder fallen und sucht sich lieber wieder einen neuen Plastikgegenstand.

 Sie lässt sich alle Dinge ohne Weiteres abnehmen, geht schon davon weg, wenn man bloß auf sie zukommt. Dabei hat noch keiner von uns sie deswegen geschimpft. Nur wenn wir sie direkt dabei erwischen, wie sie etwas nimmt, was sie nicht haben soll, gibt es ein hartes ‚Nein‘.
 Es hilft auch nicht, mit ihr und dem Ersatzgegenstand zu spielen. Gerade so, als ob sie das Ablenkungsmanöver durchschauen würde.

Ach, übrigens: Zeta setzt durchaus ihre Zähne ein. Nämlich immer dann, wenn sie sich maßlos freut und wedeln einfach nicht mehr ausreicht. Dann nimmt sie ganz vorsichtig die Finger des Menschen ins Maul und nagt so sachte daran, dass es auch fast ein Lutschen sein könnte. Besonders gern macht sie das, wenn einer ‚ihrer‘ Menschen längere Zeit weg war und gerade wiederkommt.
 Sie liegt mittlerweile auch immer häufiger mal ganz entspannt auf dem Rücken. Und wenn sie hofft, gestreichelt zu werden, dann dreht sich sich auch um. So lässt sich eigentlich wunderbar ihr altes Fell auszupfen, wobei sich Zeta dann genüsslich hin und herwälzt. Schließlich liegt sie dann völlig entspannt da, Augen geschlossen und schlaff wie ein leerer Mantel. Nur noch kleiner Grunzer sind dann gelegentlich zu hören.
 Hört man dann mit den Streicheleinheiten auf, hat man anschließend einen doppelten Schatten, denn Zeta weicht einem dann für einige Minuten nicht mehr von der Seite, greift immer wieder nach den Händen und scheint so um immer mehr Genuss zu bitten.
 Nach einer solchen ‚Orgie‘ müssen wir aber auch innerhalb der nächsten Viertelstunde mit ihr rausgehen, sonst dürfen wir die nächste Pfütze aus der Küche wegwischen.
 Schon verrückt, das.

Irene


14. Januar 2005
Lebhaft

Zeta entwickelt sich allmählich zu dem lebhaften Hund, der sie ihres Alters wegen sein sollte.
In vertrauter Umgebung und mit vertrauten Personen oder Hunden kann sie dann auch traben oder springen oder versucht sich im Spiel. Das Spielen hat sie allerdings nie gelernt, da braucht sie halt Nachhilfe.
 Weil Zeta aber bis dato keinerlei Erziehung genossen hat, ist der Umgang mit ihr nicht immer leicht. Da braucht es schon einiges an Geduld. Immerhin vertraut sie uns genug, um sich allerlei gefallen zu lassen. So wird also momentan gerade das ‚Sitz‘ geübt.
Und die anderen Dinge halt so nebenbei, wie sie gerade kommen. Wie etwa: Zeta, Halt, Weiter, Komm her, Nein, Abtrocknen, Bürsten, Warte, Nimm… um nur einige zu nennen.

Zeta stöbert überall herum, wo sie gerade mit der Nase ankommt. Es wird wohl auch nicht mehr lange dauern, bis sie sich dazu auch auf die Hinterbeine stellt.
 Und Timmy bekommt nun immer weniger Ruhe. Er mag sie immer noch nicht sonderlich gern. Wenn ich mir die beiden so anschaue, dann fällt mir immer der halb erwachsene Junge ein, der schon vom Mofaführerschein träumt, und der von seinen Eltern dazu verdonnert wurde, sich mit der gerade dem Kindergarten entwachsenen Nichte zu beschäftigen. Sie zumindest zu beaufsichtigen oder… ja, das trifft es besser: Sein Zimmer mit ihr teilen zu müssen.
Überall steckt die Kleine ihre Nase hinein, nichts ist vor ihr sicher, alles will sie haben. Und zu allem Überfluss muss man nun auf sie warten, sich irgendwie immer nach ihr richten und dabei muss man auch noch zusehen, wie die Kleine dies und jenes darf, was einem selbst verboten ist bzw. was man gelernt und verinnerlicht hat nicht zu tun.
Und zu allem Überfluss ist es auch noch ein Mädchen!

 Wo immer Timmy kann, geht er ihr aus dem Weg. Wenn das nicht geht, grollt er sie an. Leider beeindruckt das Zeta nicht im mindesten. Wenn sie sich weiter so rasant entwickelt, wird sie von Timmy sicherlich einen derben Dämpfer bekommen. Ich habe schon so manches Mal den Eindruck gehabt, dass es mit Timmys Geduld nicht mehr weit hin ist.
 Bislang ist Timmy in solchen Situationen nie sonderlich grob gewesen. Wenn er sich nun wirklich einschaltet, muss ich mir keine großen Sorgen machen, da Zeta bei wirklichem Ärger ganz schnell kuscht.
Und Timmy stiege dann vom passiven Therapeuten zum aktiven Erzieher auf. Die Veranlagung dazu hat er und mir wäre es recht. Zeta kann das, wenn sie so weiter macht, allemal gebrauchen. Je sicherer sie sich fühlt, desto weniger Respekt legt sie an den Tag.

Dämpfer bekommen

Gestern spielte ich mit Timmy und dabei kam er Zeta zu nahe. Sie knurrte ihn an, er wich vor ihr zurück.
 Etwas später dann wollte Timmy zu uns. Wir saßen auf Sofa und Sessel, Zeta am Boden halbwegs zwischen uns.
 Sie fletschte, er wich nicht zurück. Sie griff an, er wehrte sich. Kurz darauf lag sie quiekend am Boden, er stand grollend über ihr. Gleich darauf gab er sie wieder frei.
 Beiden ist nichts passiert. Aber Zeta hat nun gelernt, dass sie Timmy nicht von allem vertreiben kann. Er wahrt seine elementarsten Rechte.
 Beim Spiel zuvor, als sie knurrte, hatte er Rücksicht genommen. Eingesehen, dass er ihr wohl zu nahe kam, auch wenn das nicht beabsichtigt war.
 Später aber wollte er nichts von ihr, sondern nur mit uns schmusen. Da ließ er sich von ihr nicht verdrängen. War eben eine ganz andere Situation. Und auch schnell geklärt.
 Nach der abgewehrten ‚Attacke‘ wich Zeta auf ihren Schlafplatz zurück, so dass Timmy nun ungehindert zu uns kommen konnte.
 Schaun wir mal, ob sie sich das auch für die Zukunft merken wird.

 Futterneid gibt es kaum zwischen den beiden. Zeta schaut zwar interessiert zu, wenn Timmy den Napf hingestellt bekommt, doch da sie von uns aus der Hand gefüttert wird (und Timmy sie auch schon einmal grollend vor Diebstahl gewarnt hat), bleibt sie in einiger Entfernung stehen und schaut eben nur.
 Wenn ich Timmy Futter gebe, muss ich Zeta also nicht einmal festhalten. Sobald er sein Futter hat, folgt mir Zeta sofort, da sie weiß, dass sie nun an der Reihe ist. Und wenn ich dann noch ihren Namen nenne, legt der Propeller den Turbo ein. Dass sie dabei noch nicht abgehoben ist… erstaunlich.

Drinnen wie draußen wird Zeta immer lebhafter und entwickelt die berühmten ‚rappeligen fünf Minuten‘. Dann springt sie krumm und steifbeinig in engen Kreisen umher, hüpft an uns hoch und kann sich gar nicht wieder einkriegen.
 Mir scheint, sie würde dann gerne einfach tüchtig losrennen wollen, weiß aber nicht so recht, ob das in Ordnung ist oder wohin sie eigentlich rennen soll. So beschränkt sie sich also lieber selbst.
Wenn man dabei einen Blick in ihr Gesicht erhascht, dann sieht man Freude pur. Sie strahlt dann förmlich und scheint sogar zu lachen. Anders weiß ich ihren Ausdruck beim besten Willen nicht zu interpretieren.
 Etwas später dann steht sie leicht wedelnd und leicht hechelnd neben uns, schaut zu in der Gegend umher und zu uns hoch… ‚ Ach, kann ich bitte was zu futtern bekommen? ‚

Ihre Scheu vor Menschen und Hunden hat Zeta schon weitgehend abgelegt. Auch erschrickt sie nicht mehr bei jedem plötzlichen Geräusch bzw. sie versucht nicht mehr panisch davor zu fliehen.
 Mit uns als Bezugspersonen versucht sie immer häufiger auch zu spielen. Sie weiß zwar noch nicht so recht wie, aber das kommt sicherlich auch noch bald.
 Manchmal habe ich auch den Eindruck, sie würde gern mit anderen Hunden herumrennen wollen. Wenn sie die toben sieht, dann juckt es sie wohl in den Füßen, mit zu toben. Bislang hat sie es noch nicht wirklich versucht. Ganz gut so, denn da sie an der Leine bleiben muss, kann ich ihr diesen Spaß nicht gestatten.

Irene


17. Januar 2005
Zeta im Hundeverein

Am Wochenende war ich mit Zeta im Hundeverein. Da hatte sie dann eine fremde Umgebung mit vielen Hunden und einem Aufenthalt in einer Hundebox.
 Die Box gefällt ihr nicht ganz so gut. Sie geht zwar mit gutem Zureden rein, wartet aber sehnsüchtig darauf, wieder heraus gelassen zu werden. Dann freut sie sich fast den Stert ab.
 Auf dem Welpenplatz konnte ich sie dann zum ersten Mal frei laufen lassen, da der ja gut eingezäunt ist. Anfangs waren nur zwei andere Hunde da, für die sich Zeta nicht interessierte. Sie wehrte deren Annäherungen tatsächlich sogar ab.
Nachdem sie dann aber den Platz und ihre ‚Freiheit‘ erkundet hatte, ließ sie sich auch von den anderen Hunden etwas beschnuffeln und zeigte ihrerseits Interesse an ihnen. Und dann fing sie das Rennen an!
 Der Vorderkörper war dabei Freude pur und wildes Verlangen. Das Hinterteil jedoch war völlig verspannt und eingekniffen. Trotzdem kam sie mit ihrer merkwürdigen Art (vorne Speed und hinten Bremse) enorm schnell voran.
 Dann kamen die übrigen Hunde im Alter zwischen drei und sieben Monaten. Ach, war das aufregend! Zeta lief zwischen all den fremden Hunden umher, suchte an allen Menschen nach Leckerlis und schien immer heilfroh, uns bei ihren Rundgängen wieder zu sehen.
 Nach fast einer Stunde hatte sie sich dann so sehr an diese Situation gewöhnt, dass sie plötzlich auch richtig laufen konnte. Wie hat sie sich da gestreckt beim Rennen! Mööönsch, war das schön! Und dann fand sie sogar noch einen Hund, mit dem sie richtig spielen mochte. Einen jungen Krohmforländer. Später dann einen Beagle und zum Schluss einen Jack-Russell. Auffallend dabei ist: Es handelt sich stets um braunweiße Hunde.
 Obwohl es auch junge Labradore dort gibt, will sie von denen nichts wissen. Ebenso wenig interessiert sie sich wirklich für Hunde in ihrer Farbe. Und außerdem mag sie Rüden lieber als Hündinnen. Zu Hündinnen kann sie zickig werden. Die dürfen sich nicht viel herausnehmen, sonst werden sie gleich angepflaumt. Rüden dürfen sich da mehr herausnehmen, ehe sie weggebissen werden.
 Dennoch ist Zeta sehr verträglich mit allen anderen Hunden. Je besser sie sie kennt und je sicherer sie sich in ihrer Umgebung fühlt, desto eher toleriert sie andere Hunde.

Und zugenommen hat die Maus auch. Sie wiegt nun knapp 18 Kilo. Wenn ich mir ihre Statur so betrachte und ihre Größe bedenke, dann meine ich, es reichen 2-3 weitere Kilo vollkommen aus, um aus ihr einen höchst ansehnlichen Hund zu machen, dem die einstige Unterernährung nicht mehr anzusehen sein wird.
Auch ihr Fell wird langsam weich und kuschelig, fast wie bei einem Plüschtier. Sie stinkt auch nicht mehr. Bestenfalls riecht sie noch ein ganz klein wenig. Allerdings verstärkt sich ihr Geruch deutlich, wenn sie sich fürchtet, etwa weil wir durch die Straßen gehen oder uns in unbekanntem Gelände aufhalten.
Ansonsten kann ich nur sagen: Die Maus macht sich so gut, dass sie in zwei Wochen etwa zur Vermittlung frei gegeben werden könnte. Wenn sie dann in erfahrene Hände kommt, kann sie ihre letzten Ängste dort überwinden lernen. Hier bei uns gewinnt sie täglich an Sicherheit und Selbstvertrauen.

Irene


19. Januar 2005
Bilder von Zeta

Zeta entwickelt sich zu einem immer selbstbewussteren Hund, je länger sie hier bei uns ist. Allerdings braucht sie dazu immer noch eine vertraute Umgebung oder wenigstens meinen Männe. Zeta hat sich wirklich sehr an ihn gehängt. Kommt er auf gemeinsamen Spaziergängen mit, bin ich abgeschrieben. Eher interessiert sie sich noch für Timmy. Ich bin bloß der lästige Bremsklotz am anderen Ende der Leine.

Wirklich stubenrein ist Zeta leider nicht. Sie hält nur etwa vier bis sechs Stunden aus, so dass wir anfangs doch häufiger mal die Wohnung putzen durften. Immerhin nutzt sie für ihre Geschäfte stets das entfernteste Zimmer und zwar nur das. Schon mal ein Vorteil, auch wenn es dort immer auf den Teppich geht. Um das zu verhindern, stellen wir uns nun nächtens den Wecker und drehen schlaftrunken eine Zusatzrunde mit ihr. Funktioniert schon. Nur muss man morgens auch entsprechend flink sein, sonst gibt es doch noch ein Malheur.
 Ihre Lieblingshaltung im Schlaf ist nun das Liegen auf dem Rücken. Dicht an den Sessel geschmiegt, der ihr dabei Halt gibt, aalt und rekelt sie sich gern in die richtige Position und bleibt dann so liegen. Wenn wir uns dann durch die Stube bewegen, kommt es manchmal sogar vor, dass sie aus tiefstem Schlaf hochschreckt. Dann springt sofort der Turbo an und der Teppich wird ausgeklopft. Hat sie noch nicht ganz so tief geschlafen, bekommen wir zwar auch den einen oder anderen Wedler, doch meistens nur ein wohliges Schnauben und Grunzen. Einmal kräftig gereckt, etwas anders gedreht und die Augen sind wieder zu. So ist es jedensfalls am späten Nachmittag und frühen Abend, denn da ist sie ganz groggy vom langen Spaziergang. Nach ihrem Futter interessiert sie sich dann kaum noch für etwas anderes.
Übrigens, die Kleine kann bellen! Letztens war etwas ungewöhnlicher Lärm im Treppenhaus. Und plötzlich klang da ein dünnes, zartes, dennoch aber recht kräftiges Stimmchen an. Alles schaute sie erstaunt an und dann schnell wieder weg, damit sie gar nicht erst auf den Gedanken kommt, sie hätte da was Gutes getan.

…gibt annähernd wieder, wie Zeta im Moment so ‚drauf‘ ist: Neugierig, respektlos, forsch und frech. Von schüchtern oder gar ängstlich ist nichts mehr geblieben, sieht man mal von völlig neuen Umgebungen oder Begebenheiten ab, was ja aber normal ist.
Quasi mit jedem Gramm Gewicht ist Zeta selbstbewusster und wissbegieriger geworden. Sie erinnert mich in ihrem Wesen sehr oft an einen Welpen. Die müssen ja auch alles ausprobieren, wenn sie sich denn erstmal eingelebt und Vertrauen gefasst haben.
Zwar ist Zeta kein Dieb und auch kein Zerstörer, aber sie kaut gern auf Fingern herum (trotz Verbots und Fingerentzug), nimmt als Ersatz für gerade aufgefutterten Kauknochen irgendwelche Plastikteile (Kugelschreiber, Handfeger) oder räumt auch schon mal die Papierkiste aus.
 Wenn sie nicht gerade vom großen Spaziergang völlig erschöpft ist, dann ist sie hellwach und neugierig und allzeit zu allem bereit. Bewegen sich die Menschen? Dann schon mal den Turbo vorwärmen. Und wenn es was zu Futtern gibt oder sie für etwas gelobt wird, dann kann sie kaum geradeaus gehen, so sehr wedelt dann der ganze Hund.
Ihre anfängliche Ängstlichkeit anderen Hunden hat sie fast zur Gänze abgelegt. Je mehr sie sich dabei zutraut, desto weniger Respekt hat sie anderen Hunden gegenüber. Die werden angerempelt, wild zum Spielen aufgefordert und kleinere Hunde werden dabei auch schon mal überrannt.
Sehr zum Missfallen unseres Tagesgastes, dem Pudel. Der hat ihr zwar schon heftig die Meinung gebellt, aber das interessiert Zeta nicht die Bohne. Und bei Timmy scheint sie ganz genau zu wissen, wann der es ernst meint und wann der nur genervt von ihr ist. Solange er nur genervt ist, hört sie nicht auf mit dem Belästigen. (Macht doch Spaß, Großer. Stell dich nicht so an.) Wenn sie aber einen ernsten Ton heraushört, dann rückt sie endlich auch von ihm ab. Drinnen zieht sie sich dann einfach zurück. Draußen rennt sie dann wieder eine Runde lang ‚verkniffen‘ durch die Gegend. Irgendwie wirkt das dann wie ein rasender Rollstuhlfahrer (ist nicht respektlos gemeint). Vorne arbeiten die Vorderbein wie verrückt, um voran zu kommen, hinten scheinen die Hinterbeine aber nie unter dem Körper hervor zu kommen.
 Drückt mir die Daumen, dass die Bilder am Wochenende (von meiner Freundin gemacht), gut werden und ich sie bald an Anja schicken kann. Ich hoffe, dass man darauf mehr von Zetas Lebhaftigkeit und ihrem beginnenden Schalk erkennen kann.

Irene


23. Januar 2005
Die nächsten Bilder

Diesmal ist Zeta auf dem Welpenplatz in unserem Hundeverein zu sehen.
Munter, lebhaft und an allem interessiert ist die kleine Maus. Noch etwas unsicher anderen Menschen gegenüber und einige der Flegel sind ihr etwas zu aufdringlich, aber sie ist lange nicht mehr so verkniffen wie beim ersten Mal.
Mir ist aufgefallen, dass Zeta, im Gegensatz zu Dana, keine Furcht vor freien Flächen hat. Im Gegenteil: Je größer die Fläche, desto mehr juckt es sie, über diesen großen Platz zu toben. Ruft man sie, hat sie gelegentlich Schwierigkeiten, den Rufer zu orten. Hat sie ihn aber entdeckt, dann rast sie auf ihn zu. Sind ihr andere Hunde im Weg, werden die geschickt umgangen. Sind ihr andere Hunde auf den Fersen, wird sie ein wenig langsamer (sie macht nicht gern den Hasen), bleibt aber unbeirrt auf Kurs.
 Zeta ist auch nicht so verfressen, dass ein Leckerchen immer passen würde. Das müsste dann schon ein ganz besonderes Leckerchen sein und auch dann überlegt sie manchmal erst noch, ob es tatsächlich noch passt. Sie freut sich allerdings immer über Streicheleinheiten. Die gehen nun wirklich immer.

Einige der Ausbilder im Hundeverein können sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass Zeta schon über ein Jahr alt sein soll. Aufgrund ihres Verhaltens schätzen sie sie eher auf höchstens ein Jahr. Von daher passt sie also noch wunderbar in die Junghundegruppe.
 Zeta ist an den ganz kleinen Welpen sehr interessiert. Die werden von ihr gründlichst beschnuffelt und dabei auch manchmal umgeschubst. Zeta ist aber nicht wirklich grob. Und wenn die Kleinen partout wegwollen, vielleicht gar anfangen zu fiepen, lässt Zeta sofort von ihnen ab.
Größere Welpen und vor allem den Flegeln macht sie gelegentlich auch mit einem Fletschen klar, dass sie nicht belästigt werden möchte und sich ihre Spielpartner lieber selbst aussucht.
 Wird Zeta versehentlich gerempelt, nimmt sie das nicht krumm. Selbst wenn sie dabei umgeworfen wird nicht. Dann rappelt sie sich wieder hoch und läuft weiter. Und passt halt beim nächsten Mal besser auf, solchen Rabauken aus dem Weg zu gehen. Das gilt aber nur für den Fall, dass sie selbst nicht gerade spielen will.
 Wenn Zeta einen Jack-Russell-Terrier oder einen ähnlich gefärbten Hund findet, dann muss der über kurz oder lang als Spielpartner herhalten. Diese Hunde liebt sie sehr. Auch dann noch, wenn sie fast so groß wie sie selbst sind. Die werden mit allmählich immer mehr Tricks zum Spielen aufgefordert. Ich habe noch keinen Junghund gesehen, der ihr dann widerstehen konnte.

Irene


25. Januar 2005
Auch wenn die Bilder…

…etwas verschwommen sind.

Irene


26. Januar 2005
Laborergebnisse

Der TA hat sich große Mühe gegeben, mir den Befund zu erklären. Die Fachbegriffe sind nicht hängen geblieben. Klar ist nur, dass Zeta eine chronische Darmentzündung hat, wahrscheinlich im Dünndarm. Die wird jetzt mit Antibiotika behandelt.
 Der Tierarzt vermutet auch, dass Zeta in einem Zwinger aufgewachsen ist, in dem es einmal Katzenseuche (Parvovirose hieß das Wort, glaub ich) gegeben haben muss. Das ist aber nicht weiter behandelt worden. Einem erwachsenen Hund schadet das nicht viel. Ein im Wachstum befindlicher Hund kann damit aber nicht groß werden, da das Virus vor allem die im Wachstum befindlichen bzw. daran beteiligten Zellen angreift. Deshalb, so vermutet er, ist Zeta so klein und zierlich. Aus der Zeit könnte auch ihr Durchfall stammen, der wohl ebenfalls nicht behandelt worden ist.
 Jedenfalls hat er mir den Laborbericht mitgegeben, der somit zu Zetas Papieren kommt.

Zehn Tage lang muss Zeta nun Antibiotika bekommen und zehn Tage nach dem Absetzen der Medikamente wird ihr nochmal Blut abgenommen zu einer weiteren Untersuchung. Zumindest der Entzündungsherd sollte dann bekämpft sein.
 Sollten die Ergebnisse immer noch nicht eindeutig gut oder doch auf jeden Fall deutlich besser sein, könnte eine Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung gemacht werden, um auf diesem Wege mehr Klarheit zu gewinnen. Aber das müssen wir erstmal abwarten. 
Aber auch wenn die Entzündung bekämpft wurde, sieht der Dok Zetas Zukunft nicht sehr rosig, da alle wichtigen Werte eindeutig davon sprechen, dass die Entzündung schon sehr alt ist. So munter und lebhaft Zeta zur Zeit auch ist, sie wird immer wie ein rohes Ei behandelt werden müssen, was das Futter angeht. Genauer hat sich der Dok nicht darüber ausgelassen, weil er es noch zu früh fand für weitere Prognosen.
 Bleibt also nur: Kaffee trinken und abwarten (schöner Mist, das!).

Irene


27. Januar 2005
Zeta im Schnee

Heute früh:
 Huch! Warum ist es denn so weiß hier draußen? Ist das was zu essen? Mal probieren. Nee… ist nur kalt und naß.
Ach, erstmal meine Geschäfte erledigen. Ran an den Bahndamm und die Blase entleeren. Was es mit dem weißen Zeug wohl auf sich hat?
 Da kann ich mit meinem Haufen jedenfalls nicht bis zum nächsten Mast warten. Also hier absetzen. Ich glaube, das Weiße ist was Tolles. Alles ist irgendwie so hell und weit.
 So fertig. Juhuu! Das ist ja fast wie Sand. Gar keine Pflastersteine mehr und auch keine Teerdecke. Und keinerlei Spuren. Jetzt dreh ich erstmal ne Runde.
 Ach, Menno! Die Frau lässt mich nicht. Hält einfach die Leine kurz. Da kann ich mich nur im Kreis drehen. So was Blödes.



Heute Nachmittag:
 He! Hier in der Uniwildnis ist es ja auch weiß! Da waren zwar schon andere Hunde, aber hier darf ich, oder? Ja? Ja! Ich darf laufen!
 Ich weiß ja gar nicht, wohin ich laufen soll. Wie drückt man seine Freude aus? Ach, nicht nachdenken. Springen! Juhuu! Im Kreis herum. Und hüpfen. Und…
 Die Menschen lachen wieder. Freuen die sich auch über das Weiße? Schaun wir mal. Vielleicht gibt es wieder was zu futtern. So zwei oder drei Brocken könnte ich mir abholen, aber dann muss ich wieder herumspringen.
 Dieses Weiße ist toll.



Heute Abend:
 Die Futterportionen sind ja nun arg klein geworden. Ich habe zwar nie wirklichen Hunger, aber irgendwie… vielleicht Langeweile? Was könnte ich denn mal tun?
 He! Da liegt ja noch eines von diesen harten Horndingern herum. Da pirsch ich mich mal an.
 So, langsam jetzt. Da! Hab ihn gefangen! Raufgesprungen und eingefangen. Bin ich nicht toll? Ich wälz mich damit auf den Rücken und kau darauf herum. Hm. Wenn’s was zu fressen wäre, wärs ja vielleicht gut. Aber dafür ist es zu hart. Spielt sich nicht so gut damit.
Aber ich will spielen! Was hängt denn da über der Heizung? Ein Tuch. Hm. Hängt da ja schon länger. Brauchen die Menschen sicher nicht mehr. Dann kann ich mir das doch nehmen, oder? Letztes Mal hat ja auch keiner geschimpft. Na gut, da hat es auch keiner gesehen. Jetzt ist die Frau ja da. Ach, ich nehms mir einfach.
 He. Damit spielt es sich toll. Kann man sich prima auf den Rücken mit drehen und mit den Pfoten festhalten. Macht aber auch nicht satt. Will nicht alleine spielen.
 Aber ich muss es ausnutzen, dass der Schwarze nicht da ist. Der liegt ja wieder auf seiner Kuscheldecke. Da kann ich in aller Ruhe mal seine Matratze untersuchen. Ob der vielleicht noch ein paar Krumen gebunkert hat?
 Nee, aber da liegt noch ein Stückchen Papier. Ups! Die Frau guckt her. Und bewegt sich. Da lass ich mal lieber alles fallen. Vielleicht darf ich ja kein Papier? Oder vielleicht streichelt sie mich?
 Nee. Die guckt nur. Ach, Menno! Das ist langweilig. Soll ich zu ihr hingehen? Nee. Nee, will ich auch nicht. Ich leg mich lieber schlafen. So. Schön lang gemacht. Hier auf dem Teppich neben dem Sessel gefällt es mir einfach besser. Ich kann gar nicht verstehen, wieso der Schwarze sich auf die dicke Matratze oder die Decke legt. Ist doch viel zu weich!
 Ach, nun bin ich müde. Ich könnte zwar noch einen Happen vertragen, aber immerhin, vorhin erst gab es Kartoffeln. Und nachher… ja, nach…her… ja… ja…


Zeta

29. Januar 2005
Zetas Steckbrief

  Chronische Darmentzündung, die zur Zeit in Behandlung ist. Ob und welche dauerhaften Einschränkungen bestehen bleiben werden, ist ungewiss.
  Aufgrund ihres derzeitigen Gesundheitszustandes kann sie nur ganz kleine Futterportionen vertragen, die dafür aber über den gesamten Tag verteilt sein müssen. Ob sich das in der Zukunft ändern kann, ist ungewiss.
  Solange sie über den ganzen Tag hinweg kleinste Portionen bekommt, hat sie keinen Durchfall und kann dann etwa 5 Stunden durchhalten, bevor sie wieder raus muss.
  Zeta bekommt zur Zeit Antibiotika und zwar noch für sieben Tage. Zehn Tage nach Absetzen der Medikamente muss ein weiteres Blutbild gemacht werden, um das Behandlungsergebnis zu kontrollieren.
  Eventuell ist eine Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung erforderlich, um das ganze Ausmaß der Darmschädigung zu erkennen.
  Zeta hat im Jugendalter vermutlich unter einer unbehandelten Parvovirose-Infektion gelitten, wodurch sie im Wachstum beeinträchtigt wurde. Ganz besonders griffen die Erreger die Muskeln an. Zeta ist daher klein und zierlich. Ob und in wie weit auch innere Muskeln wie etwa das Herz angegriffen wurden, ist nicht bekannt.
  Eine weitere Behandlung besteht in der täglichen Gabe von Dextrose zur Anregung der Lebertätigkeit, denn auch diese Werte und einige andere sind nicht ganz in Ordnung.
  Aufgrund ihrer zur Zeit eher schlechten Leberwerte müffelt sie tüchtig nach Hund. Im Erregungszustand strömt sie auch einen deutlichen Stallgeruch aus, der sogar im Freien klar zu riechen ist. Wird aber ganz allmählich weniger.
  Zeta ist etwa 53 cm groß und wiegt zur Zeit etwa 18,5 Kilo. Das sind noch mindestens zwei Kilo zu wenig, denn ihre Rippen sind immer noch deutlich zu sehen.
  Ihr Fell ist mittlerweile weich und kuschelig. Den gröbsten Haarwechsel hat sie hinter sich, so dass sie nun nur noch normal haart. Einige alte Bissverletzungen sind noch nicht wieder ganz mit Fell bewachsen, so dass es von daher gelegentlich kleine Lücken im Pelz gibt.
  Sie ist noch nicht kastriert und auch noch nicht vollständig geimpft. Die Nachimpfung ist für Mitte Februar festgesetzt.
  Wann sie läufig wird weiß ich nicht.
  Zeta ist in vertrauter Umgebung und in vertrauten Situationen sehr lebhaft, verspielt und neugierig.
  Sie geht gut an der Leine, kennt Halsband und Geschirr. Ihre Geschäfte erledigt sie allerdings lieber an einer langen Leine.
  Für Stubenreinheit kann ich nicht garantieren. Wir arbeiten dran, doch es hängt auch von ihrem Gesundheitszustand ab. Seit vier Tagen mussten wir jedenfalls nichts mehr aus der Wohnung entfernen.
   Zeta ist in der Wohnung ein ruhiger Hausgenosse, der viel schläft, aber auch Phasen von Langeweile kennt und sich dann auch selbst was zum Spielen sucht. Plastik und Tücher, die sie irgendwo mopsen kann, sind ihre bevorzugten Beute-Objekte.
  Zeta kann in Hundefreilaufgebieten frei laufen, wenn sie sich an die Umgebung gewöhnt hat. Sie läuft nicht weg, entfernt sich nicht weit und kommt auf Zuruf zurück.
  Sie verträgt sich gut mit anderen Hunden, wobei sie kleinere und möglichst bunte Hunde bevorzugt.
  Sie spielt eher mit Rüden als mit Hündinnen. Rüden, die nicht mit ihr spielen wollen, werden von ihr gelegentlich bestiegen.
  Zeta neigt dazu, Enten zu jagen, schwimmt allerdings noch nicht.
  Stubenreinheit: siehe weiter oben.
  Autofahren mag sie mittlerweile gern und verträgt das auch gut.
  Kleine Kinder und auch Jugendliche sind ihr nicht geheuer.
  Zeta ist zwar freundlich zu Menschen, aber nicht absolut vertrauensvoll. Sie begegnet den meisten Menschen anfangs mit Skepsis und zieht sich zurück, wenn es ihr zu viel wird.
  Wird Zeta bedrängt, ohne sich zurückziehen zu können, fletscht sie manchmal nur ganz leicht, ehe sie zuschnappt.
  Achtung: Auch beim Spiel sollte man sie genau beobachten, damit man ihre Abwehrsignale nicht übersieht.
  Im Straßenverkehr ist Zeta noch sehr ängstlich und unsicher. Hier besteht große Gefahr, dass sie bei plötzlichen Geräuschen oder großem Getümmel davonläuft. Wir arbeiten noch daran.
   Ob Zeta Katzen kennt, weiß ich nicht. Wir haben keine und planen, eine Freundin mit Katzen zu besuchen, um Näheres sagen zu können.
  Kühe sind jedenfalls kein Problem, auch wenn sie die misstrauisch beäugt.
 

Für kurze Zeit kann Zeta allein bleiben. Jedenfalls hat sie nichts angestellt und ist auch nicht laut geworden, wenn ich mal kurz in den Keller gegangen bin.

Kinder unter zwölf Jahren oder Familien mit mehr als vier Mitgliedern möchte ich Zeta nicht zumuten wollen.

Man darf nicht vergessen, dass sie vor uns wohl außer ihrem Stall oder Zwinger noch nichts anderes kennen gelernt hat. Somit ist sie leicht mit zu vielen Eindrücken auf einmal überfordert.

Zeta hat auch noch keinerlei Erziehung genossen, außer dem, was sie bei uns lernt. Hier stellt sie sich allerdings gut an und lernt schnell.

Da sie aber eher ein Sensibelchen ist, braucht es viel Fingerspitzengefühl, sie hierbei nicht zu verschrecken.

Sicherlich wird Zeta irgendwann genügend Selbstvertrauen besitzen, um sich nicht so leicht ins Bockshorn jagen zu lassen. Sie wird aber wohl dennoch eher ein schüchternes Persönchen bleiben, das man langsam an neue Situationen heranführen muss, ohne dabei zu sehr auf ihre Ängste einzugehen. Sie lernt nämlich auch sehr schnell, wie man jemanden um die Pfote wickeln muss, um bestimmte Dinge zu vermeiden.

Irene

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